Als ich vor kurzem gelesen habe, dass Österreich von Condé Nast Traveller zum freundlichsten Land Europas gewählt wurde, war ich erst mal baff. Das klingt vielleicht komisch, weil ich selbst Österreicher bin, aber wenn ich ehrlich bin, war das nicht das Bild, das ich von uns hatte. Vielleicht, weil ich schon oft erlebt habe, wie grantig die Leute hier sein können. Aber dann hab ich mir gedacht: Ist es wirklich so?

Ich erinnere mich an einen Sommer in der Steiermark, als wir in einem kleinen Gasthaus zu Mittag gegessen haben. Der Wirt, ein älterer Herr, hat uns mit einem breiten Lächeln begrüßt. Er hat uns Geschichten erzählt, Empfehlungen gegeben, und bevor wir gegangen sind, hat er noch einen Schnaps auf’s Haus ausgegeben. „Damit’s wiederkommt’s!“, hat er gesagt. Solche Momente bleiben hängen.

Aber dann gibt’s auch die andere Seite. Ich hab genug Zeit in Wien verbracht, um zu wissen, dass man hier nicht immer mit offenen Armen empfangen wird. Frag mal einen Wiener nach dem Weg – die Antwort ist oft eher kurz und knapp. Und doch, vielleicht liegt in diesem Widerspruch auch das Geheimnis. Es kommt drauf an, wo man gerade ist und wen man trifft.

Die Kommentare auf Instagram zu dieser Umfrage haben mich dann doch zum Schmunzeln gebracht. „Wien fix nicht oida“ – typisch, oder? Am Ende denk ich mir: Vielleicht hat Österreich einfach eine charmante, leicht schroffe Freundlichkeit, die am Ende doch überzeugt.

Veröffentlicht von Gerald

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