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Leitlinien

Interviews mit Menschen mit Behinderungen

Tipps für JournalistInnen

Der beste Tipp: Fragen Sie den Experten/die Expertin – also die Person, die Sie interviewen – nach ihren Bedürfnissen.

Vor dem Interview

Fragen Sie den/die Interviewte(n), nach seinen/ihren speziellen Bedürfnissen, etwa Rollstuhl-Zugänglichkeit, ein ruhiger Ort, Dolmetsch, etc. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie den Bedürfnissen am besten nachkommen können, fragen Sie den/die Interviewte(n).

Lassen Sie genügend Zeit für das Interview. Es dauert manchmal länger, manchen Bedürfnissen nachzukommen, zum Beispiel die Organisation von Dolmetsch, elektronischer Sprachausgabe, etc.

Das Interview einrichten

Positionieren Sie sich und (gegebenenfalls) die Kamera in Augenhöhe des/der Interviewten.

Falls das Interview auf einer Bühne stattfindet und der/die Interviewte eine körperliche Behinderung hat, vergewissern Sie sich, dass ein passender Zugang zum Ort des Interviews vorhanden ist.

Während des Interviews

Wenn sie eine Person mit Behinderung interviewen, halten Sie Augenkontakt und sprechen Sie direkt mit dem/der Interviewten, nicht aber mit den DolmetscherInnen oder BegleiterInnen. Verwenden Sie Ihre üblichen Interview-Techniken und verhalten Sie sich wie gewohnt. Sprechen Sie auf entspannte, alltägliche Weise.

Falls Sie eine Person mit einer Hörbehinderung interviewen, setzen Sie sich ihr gegenüber und bedecken Sie nicht Ihren Mund, wenn Sie sprechen. Positionieren Sie sich so, dass die Lichtquelle nicht hinter, sondern Ihnen gegenüber ist. Vergewissern Sie sich, dass Sie sprechen, wenn Ihr Interviewpartner Sie anschaut.

Falls Sie Personen mit einer Sehbehinderung interviewen, identifizieren Sie sich und andere Anwesende. Wenn das Interview in einer Gruppe stattfindet, vergessen Sie nicht die Person, mit der Sie sprechen, zu identifizieren.

Hören Sie aufmerksam zu, wenn Sie mit einer Person sprechen, die Sprachprobleme hat. Seien Sie geduldig und warten Sie, bis die Person ausgeredet hat, anstatt zu korrigieren oder für sie zu sprechen. Geben Sie nie vor, zu verstehen, wenn das nicht der Fall ist. Wiederholen Sie lieber, was Sie verstanden haben und lassen Sie den/die InterviewpartnerIn darauf reagieren.

Wenn Sie über eine Veranstaltung berichten, bei der DolmetscherInnen anwesend sind, achten Sie auf die Kommunikation zwischen den DolmetscherInnen und der Person, die diese Dienste in Anspruch nimmt. Vermeiden Sie, zwischen ihnen durchzugehen oder die Kommunikation zu blockieren, während Sie Fotos machen. Meistens sitzen Leute, die DolmetscherInnen verwenden, in den vorderen Reihen in einem gekennzeichneten Sektor. Bedenken Sie: Diese Kommunikation zu stören, hat denselben Effekt als würde man das Mikrofon und die Lautsprecher abschalten.

Andere Verhaltensvorschläge

Konzentrieren Sie sich auf die Person, die Sie interviewen, und nicht auf die Behinderung.

Geben Sie einer Person mit Behinderung die Hand, wenn Sie sie kennen lernen. Menschen mit Prothesen oder eingeschränkter Handbewegung reichen sich für gewöhnlich auch die Hand zum Gruß.

Wenn Sie Hilfe anbieten, warten Sie bis diese akzeptiert wird. Hören Sie dann zu oder bitten Sie um Anleitung. Ein Rollstuhl oder anderes Hilfsmittel ist Teil der betreffenden Person. Lehnen oder stützen Sie sich nicht auf den Rollstuhl.

Assistenzhunde stehen im Dienst der behinderten Person. Nehmen Sie keinen Augenkontakt auf, loben oder tätscheln Sie die Tiere nicht. Das lenkt die Tiere und ihre BesitzerInnen ab.

Erstellung: National Center on Disability and Journalism (NCDJ) www.ncdj.org

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