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Leitlinien

Design für alle

Leitlinien: Universelles Design

Der Begriff Universal Design wurde in den 1980er-Jahren in den USA durch den Architekten Ron Mace geprägt. Er ist einer der Begründer des Zentrums für Universelles Design an der North Carolina State University. Gemeinsam mit einer Gruppe von ArchitektInnen, Produkt-DesignerInnen, IngenieurInnen, LandschaftsplanerInnen und ForscherInnen veröffentlichte Mace 1997 Richtlinien zur Gestaltung von Produkten, Umgebungen und Dienstleistungen, so dass sie für alle Menschen nutzbar sind. Diese Richtlinien sind in den so genannten sieben Prinzipien des Universellen Design zusammengefasst.

Prinzip 1: Breite Nutzbarkeit.

Das Design ist für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten nutzbar und marktfähig.

Richtlinien:

  • Gleiche Möglichkeiten der Nutzung für alle NutzerInnen zur Verfügung stellen: identisch – soweit möglich; gleichwertig – falls dies nicht möglich ist.
  • Ausgrenzung oder Stigmatisierung jedwelcher NutzerInnen vermeiden.
  • Mechanismen zur Erhaltung von Privatsphäre, Sicherheit und sicherer Nutzung sind für alle NutzerInnen gleichermaßen verfügbar; das Design ist für alle NutzerInnen ansprechend gestaltet.

Prinzip 2: Flexibilität in der Benutzung.

Das Design unterstützt eine breite Palette individueller Vorlieben und Möglichkeiten.

Richtlinien:

  • Wahlmöglichkeiten der Benutzungsmethoden vorsehen.
  • Rechts- oder linkshändigen Zugang und Benutzung unterstützen.
  • Die Genauigkeit und Präzision des Nutzers/der Nutzerin unterstützen.
  • Anpassung an die Schnelligkeit des Nutzers/der Nutzerin vorsehen.

Prinzip 3: Einfache und intuitive Benutzung.

Die Benutzung des Designs ist leicht verständlich, unabhängig von der Erfahrung, dem Wissen, den Sprachfähigkeiten oder der momentanen Konzentration der NutzerInnen.

Richtlinien:

  • Unnötige Komplexität vermeiden.
  • Die Erwartungen der NutzerInnen und ihre Intuition konsequent berücksichtigen.
  • Ein breites Spektrum von Lese- und Sprachfähigkeiten unterstützen.
  • Information entsprechend ihrer Wichtigkeit kennzeichnen.
  • Klare Eingabeaufforderungen und Rückmeldungen während und bei der Ausführung vorsehen.

Prinzip 4: Sensorisch wahrnehmbare Informationen.

Das Design stellt dem Benutzer/der Benutzerin notwendige Informationen effektiv zur Verfügung, unabhängig von der Umgebungssituation oder der sensorischen Fähigkeiten der BenutzerInnen.

Richtlinien:

  • Unterschiedliche Modi für redundante Präsentation wichtiger Informationen vorsehen (bildlich, verbal, taktile).
  • Angemessene Kontraste zwischen wichtigen Informationen und ihrer Umgebung vorsehen.
  • Maximierende Lesbarkeit von wichtigen Informationen.
  • Unterscheiden von Elementen in der Art der Beschreibung (z.B. einfache Möglichkeit nach Anweisungen oder Instruktionen zu geben).
  • Kompatibilität mit einer Palette von Techniken oder Geräten, die von Menschen mit sensorischen Einschränkungen benutzt werden, vorsehen.

Prinzip 5: Fehlertoleranz.

Das Design minimiert Risiken und die negativen Konsequenzen von zufälligen oder unbeabsichtigten Aktionen.

Richtlinien:

  • Arrangieren der Elemente zur Minimierung von Risiken und Fehlern: Die meist benutzen Elemente bestens zugänglich gestalten; risikobehaftete Elemente vermeiden, isolieren oder abschirmen.
  • Warnungen vor Risiken und Fehlern vorsehen.
  • Fail-Safe-Möglichkeiten vorsehen.
  • Bei Operationen, die Wachsamkeit verlangen, unbewusste Aktionen nicht ermutigen.

Prinzip 6: Niedriger körperlicher Aufwand.

Das Design kann effizient und komfortabel mit einem Minimum von Ermüdung benutzt werden.

Richtlinien:

  • Die Beibehaltung der natürlichen Körperhaltung ermöglichen.
  • Angemessene Bedienkräfte verlangen.
  • Minimierung sich wiederholender Aktionen.
  • Andauernde körperliche Beanspruchung vermeiden.

Prinzip 7: Größe und Platz für Zugang und Benutzung.

Angemessene Größe und Platz für den Zugang, die Erreichbarkeit, die Manipulation und die Benutzung unabhängig von der Größe des Benutzers/der Benutzerin, seiner/ihrer Haltung oder Beweglichkeit vorsehen.

Richtlinien:

  • Eine klare Sicht auf wichtige Elemente für alle sitzenden oder stehenden BenutzerInnen vorsehen.
  • Eine komfortable Erreichbarkeit aller Komponenten für alle sitzenden oder stehenden BenutzerInnen sicherstellen.
  • Unterstützen unterschiedlicher Hand- und Greifgrößen.
  • Ausreichend Platz für die Benutzung sonstiger Hilfsmittel oder von Hilfspersonen vorsehen.

Übersetzung aus dem Englischen: Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe FTB:
www.ftb-net.de/intro/uniprinc.html

Titel des Originals: The Principles of Universal Design. 1997 by New York State University, The Center for Universal Design

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