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Euthanasie

kommt aus dem Griechischen. Die Vorsilbe bedeutet: Gut, wohl, recht, glücklich. Thanatos heißt Tod. Euthanasia, ein guter leichter Tod, war in der ursprünglichen Bedeutung auf den Sterbevorgang an sich bezogen. Euthanasie als beschönigender Ausdruck für Tötungsabsichten und Mord, verknüpft mit Gnade und Erlösung von so genannten “lebensunwerten Leben”, war die Diktion der Nationalsozialisten.

Die größte Vernichtungsanstalt zur Durchführung des so genannten “Gnadentods” in Österreich war das Schloss Hartheim in Alkoven bei Linz. Hier wurden zwischen 1940 und 1944 über 30.000 Menschen ermordet. Es waren behinderte Menschen, Psychiatriepatient/innen, sozial benachteiligte Kinder und Waisen, die von der menschenverachtenden NS-Propaganda als “unnütze Esser”, als “erbkrank”, als “Volksschädlinge” eingestuft wurden. Sie starben an Elektroschocks, an medizinischen Versuchen, durch Vergiften und Vergasen.

In der Kinderklinik am Wiener Spiegelgrund standen Morde an körperlich und geistig behinderten Kindern auf der Tagesordnung. Verantwortlich dafür waren Euthanasie-Ärzte, von denen viele nach Kriegsende ihre Karriere einfach fortsetzen konnten. Wie spät diese Geschichte aufgearbeitet wurde, zeigt der Fall Gross, nach dem Krieg prominenter Gerichtsgutachter. Dem ehemaligen Anstaltsarzt am Spiegelgrund wird vorgeworfen, an der Ermordung von Kindern beteiligt gewesen zu sein. Erst in den 1990-er Jahren wurde gegen Gross ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

Der Begriff Euthanasie kann gleichbedeutend mit Sterbehilfe verwendet werden, obwohl dies im deutschsprachigen Raum weniger gebräuchlich ist.

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