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Begriffe von A-Z

Behinderung

Zum Begriff Behinderung gibt es keine allgemein gültige Definition. Als Grundlage für eine Vereinheitlichung diente lange Zeit die im Jahr 1976 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte Internationale Klassifizierung von Schädigungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen (ICIDH). Diese englischsprachige WHO-Klassifikation unterscheidet zwischen den drei Begriffen: „Impairment“ („Schädigung“) „Disability“ („Beeinträchtigung“) und „Handicap“ („Behinderung“). Wobei „Disability“ im Gegensatz zu „Impairment“ auch die individuellen und sozialen Konsequenzen einer Schädigung umfasst. Beispiel: Der Verlust des kleinen Fingers bedeutet für die meisten Menschen keine große Benachteiligung im Alltag, für einen Pianisten jedoch entsteht dadurch eine Behinderung im engeren Sinn. „Handicap“ wiederum ist zwar ein beliebter Ausdruck, aber problematisch. In Großbritannien wird das Wort „Handicap“ als beleidigend empfunden, da es an “Cap in the Hand”, also an Betteln „mit der Mütze in der Hand“, erinnert. Im deutschsprachigen Raum wird diese genaue Unterscheidung der drei Begriffe kaum oder nicht vorgenommen.

Von Betroffenen war die ICIDH-Definition vielfach kritisiert worden, da diese aus einem überkommenen Verständnis von „Gesundheit und Krankheit“ entstanden sei. Die WHO legte deshalb Anfang der 1980-er Jahre mit der ICH („International Classification of Functioning, Disability and Health“) ein überarbeitetes und zeitgemäßeres Klassifikationssystem vor, das von einem rein medizinischen Modell abgeht und ein soziales Modell von Behinderung in den Vordergrund rückt. Der Focus wurde dabei stärker auf die Frage gerichtet, wie Menschen mit Behinderungen soziale Unterstützung, Hilfsmittel und Leistungen nutzen und ihr Leben in Alltag, Ausbildung und Berufswelt selbst bestimmen und gestalten können.

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