Virtuelle Netze

Bei der Konzeption und Gestaltung von Websites liegt das Hauptaugenmerk in der Regel auf der Ästhetik und der umfassenden Information und Orientierung auf einen Blick. Für Menschen mit Sehbehinderungen sind diese Kriterien nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmbar. Erfahrungen geplagter Internet-SurferInnen zeigen, wie erste Schritte für eine bessere Usability gesetzt werden können.

Im Gegensatz zu den sehenden UserInnen haben nicht oder schlecht sehende Internet-BesucherInnen nicht die Möglichkeit, den gesamten Bildschirminhalt auf einmal zu erfassen – ob sie nun ein Vergrößerungsprogramm benutzen oder mittels Sprachausgabe oder Braillezeile durchs Web surfen. Eine große Erleichterung wären daher Websites, die mit weniger Inhalt pro Seite gefüllt sind. Auch viele Menschen, die keine Sehbehinderung haben, wünschen sich weniger überfrachtete und übersichtliche Websites.

Eine weitere Hürde kann in der Anordnung der Information liegen. So wird es immer beliebter, die Informationen nicht am linken Bildschirmrand zu positionieren. Üblicherweise erfassen wir in unserem Sprach– und Kulturraum aber Inhalte von der linken Seite her und nach diesem Wahrnehmungsmuster arbeiten auch einige Screenreader, mit deren Hilfe blinde Menschen die Webseiten auslesen. Sehbehinderte UserInnen überfliegen ihnen unbekannte Websites zuerst, indem sie nach Schlüsselbegriffen in der ersten Zeile und am linken Bildschirmrand suchen. Nur bei Erfolg lesen sie dann weiter. So wie die meisten UserInnen vermeiden sie es, sich zeitaufwändig durch überflüssige Informationen zu wühlen.

Mühsam sind auch „gut versteckte“ Download-Angebote, welche die UserInnen durch die Homepages irren lassen. Bei sehbehinderten und blinden Internet-BesucherInnen führt dies meist zu einem resignierten Abbruch der Suche. Das heißt, es hängt oft von der Gestaltung einer Website ab, ob die Inhalte bei den KonsumentInnen auch ankommen oder nicht.


Webtipps:

Umfangreiche Informationen und weiterführende Literatur sowie Links zum Thema Usability finden sich auf der Website der Universität des Saarlandes:
http://usability.is.uni-sb.de/usability/usability.php

Zahlreiche Links zum Thema Usability in Englisch bietet:
www.usableweb.com

Detaillierte Informationen wie Definitionen, Richtlinien, Bibliographien, Link- und Literaturhinweise zum Thema Usability und Human Computer Interaction (HCI) sowie ein Forum bietet:
www.usability-forum.com

Einen Überblick über Hard- und Software, die Menschen mit Behinderungen das Surfen im Internet ermöglicht oder erleichtert, gibt:
www.barrierekompass.de/tools/index.php


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Wien 2005