Service | Öffentliche Räume

Immer mehr Veranstaltungsstätten und Locations in Österreich erfüllen heute zumindest grundlegende Standards der Barrierefreiheit und erleichtern auch blinden und sehbeeinträchtigten Gästen den Zugang. Dennoch sind durchdachte Leit- und Orientierungssysteme eher die Ausnahme als die Regel. Hier drei Beispiele für als barrierefrei geltende Kultureinrichtungen in Salzburg, Graz und Wien – getestet aus der Perspektive eines sehbeeinträchtigten Besuchers:

Im multifunktionalen Kongresshaus Salzburg führen Leitlinien zum Empfang mit freundlichem Personal. Bestens markierte Stufen (sicht- und tastbar) und gut bedienbare, sprechende Lifte reduzieren die Chance auf Irrfahrten.

Im Wiener Museumsquartier sind die Lifte im öffentlichen Bereich gesprächig (Stockwerksansage) und gut bedienbar. Auch bei den Stiegen sind die erste und letzte Stufe gelb markiert. Was allerdings fehlt, sind Leitlinien zum Haupteingang und zur ersten Informationsstelle. Auch die einzelnen Museen sind für Menschen mit Sehbehinderungen nicht gänzlich barrierefrei. So gibt es zwar Audioguides, die Nummer zu jedem Ausstellungsobjekt, die in das Gerät eingetippt werden muss, ist jedoch kaum lesbar und in Braille fehlt sie gänzlich.

Im Kunsthaus Graz sind die Offenheit und das Service beeindruckend. Es gibt Leitlinien zu einem tastbaren und in Braille beschrifteten Gebäudemodell, zu den Eingängen, und von dort direkt zum Info-Schalter und zur Kassa. Markierte Stufen fehlen, doch es gibt sprechende Lifte und in jedem Stockwerk gut erkennbare und rollstuhlgerechte WCs. Blinden und sehbeeinträchtigten BesucherInnen ist es erlaubt, Ausstellungsobjekte anzugreifen.

Zum Schluss noch ein kleiner Rat:

Achtet ein Museum, eine Kultureinrichtung oder ein Veranstaltungszentrum auf Barrierefreiheit, so sollte ein gut und leicht auffindbarer Hinweis auf keinen Fall im Info-Material oder auf der Website fehlen. Das hilft nicht nur den BesucherInnen, sondern auch den BetreiberInnen, die mit barrierefreien Veranstaltungen neue Zielgruppen und potentielle KundInnen erreichen können.

Zusammenstellung:

Florian Keckeis


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