Personen und Personengruppen, die besondere Bedürfnisse an die Gestaltung ihrer Umwelt haben, weil sie mit einem Kinderwagen unterwegs sind, auf einen Rollstuhl angewiesen sind, eine Hör- oder Sehbehinderung haben oder mit einer Lernbehinderung leben, die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschen oder alt sind, werden durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Barrieren im Zugang zu Informationen und Gebäuden in Bildung, Arbeitswelt und Freizeit behindert. Das ist nicht fair.
Blinde Politikinteressierte können nicht zu jeder beliebigen Tageszeitung greifen und sich über das aktuelle Geschehen informieren, da viele Zeitungen online nicht barrierefrei benutzbar sind und auch keine Audioausgaben anbieten. Eine gehörlose Theaterliebhaberin kommt selten auf ihre Rechnung, denn Aufführungen in Gebärdensprache sind rar und der Gourmet im Rollstuhl muss umfangreiche Recherchen tätigen, bevor er sich zu Tisch begeben kann, denn der Lokalführer gibt keine Auskunft über die Zugänglichkeit und Ausstattung mit Rollstuhl-WC. Das ist ebenfalls unfair.
Barrieren schaffen unterschiedliche und ungerechte Bedingungen für die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben und damit auch an der Möglichkeit, das politische Leben mitzubestimmen.