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	<title>MAIN_web &#187; online-shopping</title>
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		<title>Unbehindert einkaufen</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 13:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria Putzhuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaufen Menschen mit Behinderungen im Internet ein? No, na, nat&#252;rlich.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Accessible E-Commerce“ wollten wir, WIENFLUSS und putzhuber.net, doch ein wenig genauer wissen, wie und wo sie kaufen.
Neben  Accessibility und Usability Tests von bekannten Webshops f&#252;hrten wir deshalb auch &#252;ber MAIN eine E-Mail Befragung zur Nutzung von Online-Shops durch Menschen mit Behinderungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaufen Menschen mit Behinderungen im Internet ein? No, na, nat&#252;rlich.<br />
Im Rahmen des Forschungsprojektes <a href="http://blog.wienfluss.net/2007/10/30/barrierefreie-online-shops-accessible-ecommerce/" lang="en" xml:lang="en">„Accessible E-Commerce“</a> wollten wir, WIENFLUSS und putzhuber.net, doch ein wenig genauer wissen, wie und wo sie kaufen.<br />
Neben  <span lang="en" xml:lang="en">Accessibility </span>und <span lang="en" xml:lang="en">Usability</span> Tests von bekannten Webshops f&#252;hrten wir deshalb auch &#252;ber <span lang="en" xml:lang="en">MAIN</span> eine E-Mail Befragung zur Nutzung von Online-Shops durch Menschen mit Behinderungen in &#214;sterreich durch. </p>
<h3>Die Umfrage</h3>
<p>Die Umfrage war bewusst klein angelegt, mit vorwiegend offen gestellten Fragen. Ziel war nicht, statistisch verwertbare Daten, sondern ein Gef&#252;hl f&#252;r Stimmung und Bed&#252;rfnisse der TeilnehmerInnen zu bekommen. Die Ergebnisse sind also sicher nicht repr&#228;sentativ, was uns auch bislang z&#246;gern lie&#223;, sie zu ver&#246;ffentlichen.</p>
<p>Belanglos sind die Ergebnisse aber keinesfalls, deshalb und auch um denen, die mitgemacht haben, Feedback zu geben, hier nun doch eine Zusammenfassung der Antworten, die wir bekommen haben.</p>
<h3>Die TeilnehmerInnen</h3>
<p>Die Umfrage wurde an 29 geh&#246;rlose, 26 sehbehinderte oder blinde, 36 k&#246;rperbehinderte und 7 lernbehinderte Personen geschickt. Retour gesendet wurden davon 24 Frageb&#246;gen, davon 10 von blinden und  9 von  k&#246;rperbehinderten Personen. Eine Person mit Lernschwierigkeiten und eine schwerh&#246;rige Person antwortete, aber keine der angeschriebenen Geh&#246;rlosen.  Die R&#252;cklaufquote von fast 25%  ist f&#252;r eine schriftliche Umfrage bemerkenswert hoch.</p>
<p>Auch aus dem kleinen <span lang="en" xml:lang="en">Sample</span> kann man schlie&#223;en, dass besonders f&#252;r blinde Menschen die Verbesserung von Webshops – d.h. <span lang="en" xml:lang="en">Screen Reader</span> Optimierung – ein dringendes Anliegen ist. Geh&#246;rlose Personen sehen bei Webshops wohl keine gro&#223;en Verbesserungsm&#246;glichkeiten f&#252;r ihre Usergruppe und f&#252;hlten sich vielleicht auch deshalb von der Umfrage nicht angesprochen.<br />
F&#252;r TeilnehmerInnen mit K&#246;rperbehinderungen war die Fragestellung nach der Art der Behinderung zu unspezifisch, um daraus ableiten zu k&#246;nnen, ob &#252;berhaupt und welche Hilfsmittel sie f&#252;r die Computernutzung verwenden.</p>
<h3>Wo wird <span lang="en" xml:lang="en">online</span> gekauft?</h3>
<p>Interessante Ergebnisse lieferte die Frage nach frequentierten Shops. Blinde Personen nannten insgesamt 21 Webshops, bei denen sie bereits gekauft haben, es gab sehr viele Einzelnennungen (Shops f&#252;r B&#252;cher, Lebensmittel, Bekleidung, Tickets, Flugreisen, Gartenbedarf und spezielle Bedarfsangebote f&#252;r Blinde), die h&#228;ufigsten Nennungen erhielten Amazon (6), Ebay und Merkur direkt (je 3).<br />
Insgesamt wurden 38 Webshops angef&#252;hrt, Amazon f&#252;hrend mit 11 Nennungen, ansonsten meist Einzelnennungen.</p>
<h3>Was wird <span lang="en" xml:lang="en">online</span> gekauft?</h3>
<p>Die meisten Produktnennungen generell erhielten </p>
<ul>
<li>Unterhaltungselektronik, Hardware, Software (14)</li>
<li>Reisebuchung (11)</li>
<li>Kleidung/Schmuck (10)</li>
<li>B&#252;cher, Musik, Video (8) und </li>
<li>Eintrittskarten (8).</li>
</ul>
<h3>Vorteile</h3>
<p>Besondere Vorteile des Einkaufens im Internet sehen Menschen mit Behinderungen </p>
<ul>
<li>in der gr&#246;&#223;eren Selbst&#228;ndigkeit und Unabh&#228;ngigkeit (8 Nennungen)</li>
<li>der Wegersparnis (6)</li>
<li>und der M&#246;glichkeit, Waren und Preise zu vergleichen (5).</li>
</ul>
<p>Einzelne konkrete Zitate f&#252;hren als Vorteile, die man behinderungsspezifisch sehen kann, zudem an: </p>
<ul>
<li>keine Fahrt organisieren m&#252;ssen</li>
<li>keine Jacke anziehen m&#252;ssen</li>
<li>nicht mit Rollstuhl ins Gesch&#228;ft m&#252;ssen</li>
<li>keine Bewegung in unbekannter Umgebung</li>
<li>die eigene Behinderung ist online von weniger Belang als offline</li>
<li>keine Hilfe n&#246;tig</li>
<li>unbegrenzte Zeit</li>
<li>keine Dr&#228;ngelei</li>
<li>kein Stress</li>
</ul>
<h3>Nachteile</h3>
<p>Als gr&#246;&#223;te Nachteile werden angef&#252;hrt, dass </p>
<ul>
<li>das Ausprobieren, Anfassen, Anprobieren fehlt (6)</li>
<li>Shops nicht barrierefrei und schlecht bedienbar sind (6) und</li>
<li>es kaum gute Beschreibungen der Produkte gibt (4).</li>
</ul>
<p>Nur 6 der 24 retournierten Frageb&#246;gen f&#252;hren konkrete pers&#246;nliche Gr&#252;nde an, nicht im Internet einzukaufen (z.B. keine Kreditkarte, Mi&#223;trauen&#8230;), nur einer davon ist behinderungsspezifisch (Shops sind nicht <span lang="en" xml:lang="en">Screen Reader </span>tauglich, man ist auch hier auf Hilfe angewiesen).</p>
<h3>Pers&#246;nliche Erfahrungen</h3>
<p>Die h&#228;ufigsten Angaben zu positiven und negativen Erfahrungen beim Einkaufen sind nicht behinderungsspezifisch. Positiv ist Problemlosigkeit (beim Bezahlen, beim Bedienen, beim Finden von Waren, beim Registrieren, bei der Lieferung&#8230;). Negativ sind Probleme (bei H&#228;ndleranfragen, bei der Lieferung, bei Zahlungsm&#246;glichkeiten). </p>
<p>Einzelne behinderungsspezifische negative Erfahrungen, die genannt werden, sind z.B. </p>
<ul>
<li>keine Struktur</li>
<li>keine Information bei Grafiken</li>
<li>mangelnde Produktbeschreibungen</li>
<li>inadequate Benennung von Bedienelementen</li>
<li>schlechte Tastaturbedienbarkeit</li>
<li>unn&#246;tige Texte (Werbung, zuviele Links), die das Finden von Information erschweren</li>
<li>schlechte Bedienbarkeit von Formularen  mit Screen Reader (Registrieren M&#252;ssen, zu h&#228;ufige Forderung nach Passworteingabe)</li>
</ul>
<h3>Vorschl&#228;ge zur Verbesserung</h3>
<p>Vorschl&#228;ge, die von Menschen mit Behinderung, die den Fragebogen beantwortet haben, zur Verbesserung von Webshops gemacht werden sind folgende:</p>
<ul>
<li>Seiten barrierefrei gestalten (6)</li>
<li>Gute Produktbeschreibungen (3)</li>
<li>Semantische Seitenstruktur (&#220;berschriften, Listen, Datentabellen) (3)</li>
</ul>
<p><strong>Einzelnennungen:</strong></p>
<ul>
<li>Weniger Werbung &#8211; Keine Laufschriften, Blinken und Banner</li>
<li>Seiten nicht &#252;berladen</li>
<li>Bilder mit Alternativtext</li>
<li>M&#246;glichst wenig Passwortabfragen</li>
<li>Selectboxen alphabetisch sortieren</li>
<li>keine Sonderzeichen (*, #&#8230;)</li>
<li>Skiplinks zu den wichtigsten Inhalten</li>
<li>Rollstuhlpl&#228;tze buchbar machen</li>
</ul>
<p><strong>Generelle Qualit&#228;tskriterien, die auch genannt werden</strong></p>
<ul>
<li>Freie Wahl der Zahlungsart </li>
<li>Bessere Lieferzeiten – Lieferung durch private Zusteller, nicht nur durch die Post</li>
<li>G&#252;tesiegel</li>
<li>Klarere Haftungsrichtlinien und AGBs</li>
<li>Umtauschrecht</li>
<li>gute Auskunft</li>
<li>g&#252;nstige Versandkosten</li>
<li>optisch ansprechende Gestaltung</li>
</ul>
<h3>Fazit</h3>
<p>Bemerkenswert ist in erster Linie wieder einmal, dass blinde NutzerInnen auch mit Shops irgendwie  zurechtkommen, die gar nicht den Kriterien f&#252;r ein barrierefreies Web entsprechen. Nat&#252;rlich handelt es sich bei den &#252;ber <span lang="en" xml:lang="en">MAIN</span> angesprochenen Personen eher um eine internetaffine Elite mit &#252;berdurchschnittlichen Kompetenzen in der Nutzung von Computer und Assistiven Technologien und gro&#223;em Ehrgeiz, trotz Barrieren zum Ziel zu kommen.</p>
<p>Die konkrete, pers&#246;nliche  Formulierung von Vorteilen, wie z.B. „ich muss keinen Fahrtendienst organisieren“, „ich muss mich nicht in unbekannter Umgebung bewegen“ gibt ein besseres Gef&#252;hl f&#252;r den Nutzen von barrierefreiem Online-Shopping, als das theoretische Wissen, dass  Menschen mit Behinderungen nat&#252;rlich davon profitieren.<br />
So banal es klingt, man muss seine UserInnen kennen, um ihre Bed&#252;rfnisse zu verstehen.</p>
<p>Wir danken nochmals allen, die bei der Umfrage teilgenommen haben!</p>
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