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	<title>MAIN_web &#187; Gebärdensprache</title>
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		<title>signtime.tv</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 08:53:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria Putzhuber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Gratuliere zum Start signtime.tv! 
www.signtime.tv , ein neuer Internet-TV-Sender in &#214;sterreichischer Geb&#228;rdensprache ist online.
Konsequent nur in Geb&#228;rdensprache, ich versteh (fast) kein Wort. Aber schaut gut aus.
Und ich will SOFORT, auf der Stelle, JETZT GLEICH, ein St&#252;ck Schokolade: Milka Werbung in Geb&#228;rdensprache, sonst arbeite ich heute nix.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gratuliere zum Start signtime.tv! </p>
<p><a href="http://www.signtime.tv">www.signtime.tv</a> , ein neuer Internet-TV-Sender in &#214;sterreichischer Geb&#228;rdensprache ist online.</p>
<p>Konsequent nur in Geb&#228;rdensprache, ich versteh (fast) kein Wort. Aber schaut gut aus.</p>
<p>Und ich will SOFORT, auf der Stelle, JETZT GLEICH, ein St&#252;ck Schokolade: <a href="http://www.signtime.tv/#/Slogans__17">Milka Werbung in Geb&#228;rdensprache</a>, sonst arbeite ich heute nix.</p>
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		<title>Russische Begegnung</title>
		<link>http://www.mainweb.at/blog/2007/09/15/russische-begegnung/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Sep 2007 13:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Beate Firlinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Besuch aus Russland&#8221; hie&#223; es f&#252;r MAIN am vergangenen Montag, den 10. September 2007. Unsere G&#228;ste waren drei Frauen und ein Mann aus dem F&#246;derationskreis Wolga. Diese von der Wolga durchquerte Verwaltungseinheit liegt im S&#252;dwesten der Russischen F&#246;deration und wird auch &#8220;Privolzhsky Federalny Okrug&#8221; genannt. (Siehe auch Wikipedia: F&#246;derationskreis Wolga und Politische Gliederung Russlands.)
Organisiert wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Besuch aus Russland&#8221; hie&#223; es f&#252;r MAIN am vergangenen Montag, den 10. September 2007. Unsere G&#228;ste waren drei Frauen und ein Mann aus dem F&#246;derationskreis Wolga</a>. Diese von der Wolga durchquerte Verwaltungseinheit liegt im S&#252;dwesten der Russischen F&#246;deration und wird auch &#8220;Privolzhsky Federalny Okrug&#8221; genannt. (Siehe auch Wikipedia: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolga_(F%C3%B6derationskreis)">F&#246;derationskreis Wolga</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Gliederung_Russlands">Politische Gliederung Russlands</a>.)</p>
<p>Organisiert wurde das Treffen von Franz Kumpl, einem &#246;sterreichischen Slawisten und Russlandexperten, der die &#214;sterreich-Tour der Gruppe auch selbst begleitete. Der international t&#228;tige Sozialmanager lebt und arbeitet derzeit in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nischni_Nowgorod">Nischni Nowgorod</a>, der Hauptstadt des F&#246;derationkreises Wolga. Er ist Teamleiter eines gro&#223; angelegten Projektes mit dem Titel &#8220;Soziale Integration behinderter Menschen im f&#246;deralen Bezirk Privolzhsky&#8221;, das im Rahmen eines europ&#228;isch-russischen Kooperationsprogrammes durchgef&#252;hrt und von der Europ&#228;ischen Union finanziert wird. </p>
<h3>Selbstbestimmung</h3>
<p>Das ambitionierte Projekt startete Mitte 2005 und l&#228;uft noch bis Ende 2007. Es umfasst komplexe und vielf&#228;ltige Aktivit&#228;ten in verschiedenen Regionen des Bezirkes Privolzhsky, die sich ein Ziel setzen: eine Infrastruktur zu entwickeln und aufzubauen, die es Menschen mit Behinderungen erm&#246;glicht, als selbstbestimmte und gleichberechtigte Mitglieder der russischen Gesellschaft zu leben.</p>
<p><span class="floatbox"><a href='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/poster_modell.jpg' title='Modell mit Puppen, eine davon im Rollstuhl, die von Plastik umhuellt ist.'><img src='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/poster_modell.jpg' alt='Modell mit Puppen, eine davon im Rollstuhl, die von Plastik umhuellt ist.' /></a></span> </p>
<p class="small"> Poster, das beim Projekt-Wettbewerb &#8220;Eine Welt f&#252;r alle&#8221; eingereicht wurde.</p>
<p>So wurde etwa ein &#8220;Disability Resource Network&#8221; geschaffen, um die Vernetzung von Fachleuten und den Know-how-Transfer zu erleichtern, ein Modul &#8220;Empowerment f&#252;r NGOs&#8221; im Behindertenbereich gestartet oder ein neues Modell von &#8220;Rehabilitationszentrum&#8221; eingerichtet, das Angebote zur beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit k&#246;rperlichen Behinderungen setzt. (Wer mehr &#252;ber die verschiedenen Projektmodule wissen m&#246;chte, findet n&#228;here Infos auf der englischsprachigen Website zum Projekt: <a href="http://www.sid-vd.ru/?id=226"><span lang="en" xml:lang="en">Social Integration of the Disabled People in the Privolzhky Federal Okrug</span></a>.)</p>
<h3>Bewusstseinsbildung</h3>
<p>Eines der Pilotprojekte, das im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oblast_Samara">Oblast Samara</a> (einem Verwaltunsgbezirks des F&#246;derationskreises Wolga) stationiert ist, befasst sich schwerpunktm&#228;&#223;ig auch mit Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung und Public Relations f&#252;r die Anliegen und Rechte von behinderten Menschen in Russland.</p>
<p><img src='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/poster_rollstulfaher_wettbewerb.jpg' alt='Poster aus dem Wettbewerb, das einen Rollstuhlfahrer zeigt, der am Meer sitzt und symbolisch mit ausgestreckten Armen die Welt umarmt' />Als &#246;ffentlichkeitswirksame Aktion wurde dabei unter dem Motto &#8220;<span lang="en" xml:lang="en" title="Eine Welt f&#252;r alle">One World for Everyone</span>&#8221; ein Wettbewerb f&#252;r soziale Werbung in den Kategorien Poster, Kurzfilm, Website und Event durchgef&#252;hrt.</p>
<p>Die Einreichfrist endete mit April 2007 und die Ergebnisse k&#246;nnen sich sehen lassen: 365 Einreichungen von kreativen K&#246;pfen mit und ohne Behinderungen aus allen Teilen des F&#246;derationskreises, eine Ausstellung im Samara Regional Museum, die im Juni 2007 feierlich er&#246;ffnet wurde, ein dazugeh&#246;riger Katalog, der eindrucksvoll die hohe Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge veranschaulicht, und vier GewinnerInnen in der jeweiligen Kategorie, die von einer fachkundigen Jury gek&#252;rt wurden &#8211; womit ich sch&#246;n langsam wieder auf das eingangs erw&#228;hnte Treffen zur&#252;ckkomme. Denn als Preis f&#252;r die ersten Pl&#228;tze gab es eine &#214;sterreichreise, bei der auch der fachliche Austausch mit MAIN auf dem Programm stand. </p>
<h3>Horizonterweiterung</h3>
<p><a href='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/ausstellung_samara_museum_web.jpg' title='Plakat zur Ausstellung “Die Welt auf Fingerspitzen”: Aus einer Weltkugel ragen Baudenkmaeler, die von Haenden ertastet werden.'><img src='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/ausstellung_samara_museum_web.jpg' alt='Plakat zur Ausstellung “Die Welt auf Fingerspitzen”: Aus einer Weltkugel ragen Baudenkmaeler, die von Haenden ertastet werden.' /></a>F&#252;r uns war der Besuch der russischen Delegation nicht nur nett, sondern auch in jeder Hinsicht Horizont erweiternd. Denn die TeilnehmerInnen hatten viele interessante Informationen im Gep&#228;ck.</p>
<p>Beispielsweise berichtete Irina Alexandrovna, die den Wettbewerb in der Kategorie Event gewonnen hat, &#252;ber ihre Arbeit. Sie zeichnet im historisch-landeskundlichen <a href="http://www.alabin.ru/">Samara Regional Museum &#8220;Petr Alabin&#8221;</a> (Website in Russisch) als Projektmanagerin f&#252;r die Ausstellung &#8220;Die Welt auf den Fingerspitzen&#8221; verantwortlich, die blinden BesucherInnen anhand von Tastmodellen eine Reihe von Architekturdenkm&#228;lern in Samara und ber&#252;hmte Bauwerke der Weltarchitektur zug&#228;nglich macht. </p>
<p><span class="floatright"><a href='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/video_anton.jpg' title='Standbild aus Video-Clip, das eine junge, gehoerlose Frau zeigt, die in Gebaerdensprache spricht.'><img src='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/video_anton.jpg' alt='Standbild aus Video-Clip, das eine junge, gehoerlose Frau zeigt, die in Gebaerdensprache spricht.' /></a></span></p>
<p>Der junge Student und Videok&#252;nstler Anton &#252;berreichte uns wiederum seinen <span lang="en" xml:lang="en">Clip</span>, mit dem er den Wettbewerb in der Kategorie Video gewonnen hat. Im Mittelpunkt des Werbespots steht eine junge, geh&#246;rlose Frau, die humorvoll und in Geb&#228;rdensprache erl&#228;utert, wo es aus ihrer Sicht lang geht mit &#252;berkommenen Vorstellungen von behinderten Menschen. Anton lebt in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ischewsk">Ischewsk</a>, der Hauptstadt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Udmurtien">Republik Udmurtien</a>, und will sich beruflich weiter mit &#8220;<span lang="en" xml:lang="en" title="Soziale Werbung">Social Advertising</span>&#8221; besch&#228;ftigen.</p>
<h3>Engagement</h3>
<p>&#8220;Bei uns ist die &#214;ffentlichkeitsarbeit und die Werbung im Sozialbereich noch sehr schlecht entwickelt&#8221;, erkl&#228;rte Irina Alexandrovna bei unserem Gespr&#228;ch. Wir, meine Kollegin Brigitta Aubrecht und ich, k&#246;nnen das nicht beurteilen, da wir auf dem Gebiet der russischen F&#246;deration so gut wie gar nicht bewandert sind. Aber der Eindruck, den wir durch unsere G&#228;ste gewinnen konnten, ist ein &#252;beraus guter. Jedenfalls die Beispiele und Botschaften des Wettbewerbes, die uns gezeigt wurden, brauchen den Vergleich mit &#246;sterreichischen Initiativen ebensowenig zu scheuen wie das Engagement f&#252;r eine integrative und barrierefreie &#214;ffentlichkeit und Gesellschaft, das die russischen KollegInnen an den Tag legen.</p>
<p>Danke f&#252;r diese Begegnung. Spasiba.<span class="floatbox"><br />
<a href='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/delegation_russland_web.JPG' title='Delegation aus Russland vor dem Eingang von MAIN'><img src='http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/09/delegation_russland_web.JPG' alt='Delegation aus Russland vor dem Eingang von MAIN' /></a></span>
<p class="small">Foto: Beate Firlinger</p>
<p>PS: Barrierefreies Internet war den G&#228;sten aus Russland &#252;brigens noch weitgehend unbekannt. Doch das w&#228;re ein eigenes Thema.</p>
<p>PPS: Alle Bilder von Beitr&#228;gen zum Wettbewerb sind der CD-ROM entnommen, die dem Katalog zur Ausstellung &#8220;<span lang="en" xml:lang="en" title="Eine Welt f&#252;r alle">One World for Everyone</span>&#8221; beiliegt.</p>
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		<title>Gef&#252;hle in Bewegung</title>
		<link>http://www.mainweb.at/blog/2007/06/30/gefuehle-in-bewegung/</link>
		<comments>http://www.mainweb.at/blog/2007/06/30/gefuehle-in-bewegung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2007 10:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Angelika Pichler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärdensprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbemerkungen von Beate Firlinger:
Heute, am 30. Juni 2007, hat das Tanztheater &#8220;membran&#8221; seinen letzten Auftritt im Odeon-Theater in Wien.
Die aktuelle Produktion des tanzfabrik-wien unter der Leitung von Mario Mattiazzo ist experimentelles Tanztheater &#252;ber Geb&#228;rdensprache und Gef&#252;hle mit geh&#246;rlosen und h&#246;renden DarstellerInnen. Es geht um Ausdrucksformen der Kommunikation und im speziellen um Bewusstseinsbildung f&#252;r die Geb&#228;rdensprache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Vorbemerkungen von Beate Firlinger:</h3>
<p>Heute, am 30. Juni 2007, hat das Tanztheater &#8220;membran&#8221; seinen letzten Auftritt im Odeon-Theater in Wien.</p>
<p>Die aktuelle Produktion des <a href="http://www.tanzfabrik-wien.at/">tanzfabrik-wien</a> unter der Leitung von Mario Mattiazzo ist experimentelles Tanztheater &#252;ber Geb&#228;rdensprache und Gef&#252;hle mit geh&#246;rlosen und h&#246;renden DarstellerInnen. Es geht um Ausdrucksformen der Kommunikation und im speziellen um Bewusstseinsbildung f&#252;r die Geb&#228;rdensprache als Muttersprache, als eigenst&#228;ndige Kultur. In der Zusammenarbeit von geh&#246;rlosen und h&#246;renden DarstellerInnen werden auf beiden Seiten Barrieren abgebaut und der Blick auf neue Welten freigegeben. Membran ist die Integration der H&#246;renden in die Welt der Geb&#228;rdensprache durch F&#252;hlen und Schauen.</p>
<p>Auch wenn vorerst keine weiteren Auff&#252;hrungen geplant sind, m&#246;chten wir dieses Projekt hier im MAIN_blog vorstellen. Dies auch deshalb, weil wir glauben, dass das Interesse f&#252;r die &#8220;&#220;bersetzung&#8221; von Musik, Rhythmus, Klang und Emotion in Geb&#228;rdensprache und Tanz gro&#223; ist. Der nachfolgende Artikel von Angelika Pichler von der tanzfabrik-wien bietet einen guten Einblick in die &#8220;Gef&#252;hle in Bewegung&#8221; und die Welt ihrer DarstellerInnen:</p>
<h2>Tanz und Geb&#228;rdensprache</h2>
<p>Was haben Geb&#228;rdensprache und Tanztheater miteinander zu tun? Die Geb&#228;rdensprache ist eine r&#228;umliche Sprache, sie besetzt Raum. Mario Mattiazzo, der Initiator des Tanztheaters membran mit geh&#246;rlosen Menschen, erkl&#228;rt: „Ich bin T&#228;nzer und Choreograph, mich interessieren vor allem Bewegungen. Mich interessieren Inhalt und Bedeutung von Bewegung. Tanz ist f&#252;r mich eine Form zu kommunizieren. Tanz muss Informationen &#252;bertragen. Geb&#228;rdensprache und Tanz passen f&#252;r mich sehr gut zusammen: Die Geb&#228;rdensprache ist auch Gestik und hat eine Bedeutung und der Tanz und die Choreographie haben auch eine Bedeutung.“</p>
<h3>prozesshaft</h3>
<p>Die Anerkennung der Geb&#228;rdensprache in der &#214;sterreichischen Verfassung im Juli 2005 inspirierte ihn zu diesem dritten St&#252;ck, das sich um Gef&#252;hle wie Trauer, Freude, Liebe, Angst dreht. „Die Frage ist, wie kann man diese Gef&#252;hle mittels Bewegung und Tanz vermitteln?“ Mario Mattiazzo arbeitet mit der Improvisationstechnik, es gibt wenig Vorgaben und mit dem, was die T&#228;nzer und T&#228;nzerinnen hervorbringen, wird prozesshaft gearbeitet. Mario Mattiazzo arbeitet mit geh&#246;rlosen LaiendarstellerInnen, da es keine ausgebildeten geh&#246;rlosen T&#228;nzerInnen in &#214;sterreich gibt. Die h&#246;renden DarstellerInnen haben eine Ausbildung hinter sich. Wie gestaltet sich die Arbeit mit h&#246;renden und geh&#246;rlosen Menschen?</p>
<h3>kreativ</h3>
<p>„Das Positive bei geh&#246;rlosen Menschen ist: Sie sind meist kreativer, man bekommt viel von ihnen&#8221;, sagt Mattiazzo dazu. &#8220;Die erfahrenen h&#246;renden T&#228;nzer und T&#228;nzerinnen sind sehr zielstrebig und meist auf eine Sache, auf ein Ziel konzentriert. Die geh&#246;rlosen Laien sind da viel spontaner. Die Prozesse sind weniger konsequent, daf&#252;r kreativer, viel kreativer. Ich arbeite auch gerne mit Leuten, die noch zus&#228;tzlich etwas einbringen. Es gef&#228;llt mir, wenn zum Tanz viele Aspekte hinzukommen: Malen, Filmen, Bildhauerei.“</p>
<h3>ganznormalanders</h3>
<p>Nadia Kichler hat im Dezember 2004 beim Tanztheaterprojekt „Changing Rhythms“ mitgewirkt. Darin stand die Jugendkultur im Mittelpunkt. Kichler ist geh&#246;rlos und studiert Molekularbiologie an der Uni Wien. Sie macht diesmal wieder mit, weil: „Ich wieder neue Erfahrungen sammeln und eine neue Herausforderung annehmen m&#246;chte. Vor zwei Jahren haben wir hart gearbeitet, aber es hat auch viel Spa&#223; gemacht. Ich tanze gerne und ich freu mich auch schon wieder auf die Improvisation. Was ich noch sagen m&#246;chte: Solche Arbeiten, Projekte mit Geh&#246;rlosen und H&#246;renden werden immer noch als fremd empfunden, so andersartig, und das finde ich schade. Mit H&#246;renden zu arbeiten ist f&#252;r mich ganz normal, umgekehrt ist das anders. Ich m&#246;chte trotzdem an solchen &#8216;fremden&#8217; Konstellationen &#8211; Tanz mit H&#246;renden und Geh&#246;rlosen &#8211; mitarbeiten. Die Welt soll endlich mal erfahren, dass es Geh&#246;rlose gibt und dass wir nat&#252;rlich anders sind, aber ganznormalanders.“ </p>
<p>Alice hei&#223;t eigentlich Xiaoshu Hu, hat jedoch diesen neuen Nahmen angenommen, weil ihren urspr&#252;nglichen Namen hier niemand aussprechen konnte. Sie ist zum ersten Mal mit dabei. Die geh&#246;rlose Studentin an der Akademie der bildenden K&#252;nste ist vor drei Jahren von China nach Wien gekommen und hat schon in China gerne Theater gespielt und getanzt. Dies ist eine gute Gelegenheit f&#252;r sie, einem ihrer vielen Interessen nachzugehen. Ein weiteres Anliegen von Alice ist auch: „Ich m&#246;chte tanzen. Ich erwarte mir, dass das Geh&#246;rlosenleben, die Geh&#246;rlosenkultur und die Geb&#228;rdensprache mit einflie&#223;en. Und dass wir das dem Publikum n&#228;her bringen.“</p>
<h3>expressiv</h3>
<p>F&#252;r die Verst&#228;ndigung wird bei Geb&#228;rdensprachen nicht der akustisch-auditive Kanal verwendet, sondern der manuell-visuelle Kanal. Geb&#228;rden werden mit Hilfe der H&#228;nde, des Gesichts und der Kopf- und K&#246;rperhaltung gebildet. Die Verwendung des Raums spielt dabei eine besondere Rolle, denn grammatische Strukturen werden haupts&#228;chlich durch die Bewegung der H&#228;nde im Geb&#228;rdenraum ausgedr&#252;ckt. Geb&#228;rdensprachen sind somit &#8220;r&#228;umliche Sprachen&#8221;. Wie expressiv dieser Raum genutzt wird, spiegelt die Emotionalit&#228;t des Sprechers/der Sprecherin (oder des Textes) wieder. Dem Einsatz der Mimik kommt eine wichtige semantische Rolle zu, da sich aus dem Gesichtsausdruck die Intensit&#228;t der Gef&#252;hle ablesen l&#228;sst. </p>
<h3>spielerisch</h3>
<p>Parallel zu den Auff&#252;hrungen bieten wir auch Tanzworkshops unter dem Motto: „geh&#246;r los tanzen!“ f&#252;r Schulen an. Ziel ist es, mittels Tanz einen neuen Zugang zu einer Sprache zu gewinnen. Der K&#246;rper wird dabei als Kommunikationsmittel wahrgenommen und spielerisch eingesetzt, um dadurch das Interesse an der Geb&#228;rdensprache, insbesondere der &#214;GS (&#214;sterreichischen Geb&#228;rdensprache), zu wecken. Die Sprache kann in choreographischen S&#228;tzen von den Sch&#252;lerInnen erforscht, ausgetastet und ausgelebt werden.</p>
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		<title>M:0:07 Award</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 07:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maria Putzhuber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärdensprache]]></category>
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		<description><![CDATA[Barrierefreie Ausstellung Maler Ahoi!
Museum Online, eine Initiative von Kultur Kontakt Austria, f&#246;rdert Kunstvermittlung von Museen und daraus resultierende Webprojekte an Schulen. Beim diesj&#228;hrigen Wettbewerb zum Thema „Unbekannte Sammlungen“ hat auch die barrierefreie virtuelle Ausstellung „Maler Ahoi!“ von Belvedere, Bundesrealgymnasium Franklinstra&#223;e (F21) und der Hauptschule des Bundesblindeninstituts (BBI) einen Preis gewonnen. 
Ausstellungstipp f&#252;r die Mittagspause: www.museumonline-belvedere07.at
Weils [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Barrierefreie Ausstellung Maler Ahoi!</h2>
<p><a href="http://www.museumonline.at">Museum Online</a>, eine Initiative von Kultur Kontakt Austria, f&#246;rdert Kunstvermittlung von Museen und daraus resultierende Webprojekte an Schulen. Beim diesj&#228;hrigen Wettbewerb zum Thema „Unbekannte Sammlungen“ hat auch die barrierefreie virtuelle Ausstellung „<a href="http://www.museumonline-belvedere07.at">Maler Ahoi!</a>“ von Belvedere, Bundesrealgymnasium Franklinstra&#223;e (F21) und der Hauptschule des Bundesblindeninstituts (BBI) einen Preis gewonnen. </p>
<h2>Ausstellungstipp f&#252;r die Mittagspause: <a href="http://www.museumonline-belvedere07.at">www.museumonline-belvedere07.at</a></h2>
<p>Weils schade w&#228;r, wenns nach Projektende keine/r mehr ansieht, will ich  (selbst beteiligt als professionelle Webdesignunterst&#252;tzung) ein wenig klappern: Herausgekommen nach mehrmonatiger Arbeit in Belvedere und Schule ist eine spannende Ausstellung zum 150-j&#228;hrigen Jubil&#228;um der &#246;sterreichischen Novara Expedition, kuratiert von Sch&#252;lerInnen aus 1. Klassen des Floridsdorfer Gymnasiums,  mit sch&#246;nen Bildern, haupts&#228;chlich vom Expeditionsmaler Joseph Selleny aus dem Depot vom Belvedere, unverbl&#252;mten und sehr genauen Bildbeschreibungen der 11-J&#228;hrigen, die teils auch in Geb&#228;rdensprache &#252;bersetzt wurden, vielen Zusatzinfos und tollen Skulpturen von Hauptsch&#252;lerInnen des BBI.</p>
<p><span class="floatbox"><img id="image541" src="http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/06/mo-route.jpg" alt="Reliefkarte der Route der Novara" /><br />
Die Route der Novara, (c) BBI,  S. Cerepak<br />
</span></p>
<h2>Keine Langeweile auf der Novara</h2>
<p>Man muss sich ein wenig einlassen auf die sehr umfangreiche Webseite und hineinlesen in die Texte der Sch&#252;lerInnen und wird dann beeindruckt davon sein, was Kinder, die letztes Jahr erst die Volksschule hinter sich gelassen haben, zustandebringen.<br />
Die Webseite dokumentiert das gesamte Projekt: Interessant sind auch die Hintergrundinformationen zur Novaraexpedition und zum Weg eines Kunstwerks vom Depot in eine Ausstellung. Im Logbuch gibt’s viele Fotos, die die Arbeit der Sch&#252;lerInnen dokumentieren und von ihnen selbst ins Netz gestellte Texte. </p>
<p><span class="floatbox"><img id="image543" src="http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/06/mo_schule1.JPG" alt="Sch&#252;lerInnen am Computer" /><br />
Texte schreiben in Wordpress, (c) F21, D. H&#246;fferer<br />
</span></p>
<h2>Engagement</h2>
<p>Projektarbeit an Schulen braucht besonderes Engagement von allen Beteiligten. Dieses Beispiel scheint mir recht gelungen zu sein: f&#228;cher&#252;bergreifend und in den Unterricht integrierbar. Neben der Kunstvermittlung wurden allerhand Textsorten aus dem Deutschlehrplan abgehandelt (und die Rechtschreibfehler waren wunderbar bis furchterregend). </p>
<p><span class="floatbox"><img id="image544" src="http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/06/mo-startseite.jpg" alt="Kopie eines Bildes von Selleny wird zurechtgeschnitten" /><br />
Arbeit mit Bildern, (c) F21, D. H&#246;fferer<br />
</span></p>
<p>Beim bildnerischen Gestalten der Route der Novara im BBI wurde ganz nebenbei auch jede Menge Geographie und Geschichte r&#252;bergebracht. Das Thema Expedition wurde diskutiert, gespielt, gemalt, in Texte und Skulpturen verarbeitet, im Internet recherchiert und nach verschiedenen Blickwinkeln in Ausstellungsr&#228;ume gebracht.</p>
<h2>Integration</h2>
<p>Bei einem gemeinsamen Termin von Kindern beider Schulen im Belvedere war&#8217;s sch&#246;n zu sehen, wie selbstverst&#228;ndlich die sehenden M&#228;dchen ihre blinden Kolleginnen bei der Hand genommen haben. </p>
<p><span class="floatbox"><img id="image542" src="http://www.mainweb.at/wp-content/uploads/2007/06/mo_originaleansehen.JPG" alt="2 M&#228;dchen vor einem Gem&#228;lde" /><br />
Ansehen der Originale aus dem Depot, (c) Belvedere, S. Cerepak<br />
</span></p>
<p>Hemmungen im Umgang mit Behinderung haben eher Erwachsene als Kinder. Bei der Preisverleihung h&#228;tte ein 13-j&#228;hriger Sch&#252;ler keine Angst gehabt, vor &#252;ber 100 Leuten zu demonstrieren, wie er als Blinder mit dem Internet umgeht. Ein wenig Angst hatte aber wohl die Moderatorin, dass eine Projektpr&#228;sentation mehr Raum beansprucht als die anderen und ihr Zeitplan durcheinanderkommt. Sie hat&#8217;s abgew&#252;rgt und der Bub konnte sein angeschlepptes Equipment wieder einpacken und sich fragen, wozu er sich auf die Pr&#228;sentation so gut vorbereitet hat. Schad: Interessant w&#228;r&#8217;s gewesen.</p>
<p>PS: Sehr sehenswert sind &#252;brigens auch <a href="http://www.museumonline.at/teilnehmer/">die anderen  Projekte</a>: gro&#223;er Respekt f&#252;r die  tolle Arbeit – vier der neun Ausstellungswebseiten sind auch bereits sehr professionell nach aktuellen Webstandards programmiert. Da braucht&#8217;s dann f&#252;r Barrierefreiheit nicht mehr soviel &#8230;</p>
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		<title>Multi-Medial ungenutzte M&#246;glichkeiten</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Dec 2006 14:52:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Mallinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärdensprache]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitung zum H&#246;ren, News in Geb&#228;rdensprache oder Video-Blogs bieten Information und aktive Beteiligung an der Wissensgesellschaft f&#252;r alle Sinne. Diese neuen multimedialen Tools und die M&#246;glichkeiten des so genannten Web 2.0 erfreuen sich immer gr&#246;&#223;erer Beliebtheit. V&#246;llig neue  Zug&#228;nge zu Information bieten diese Technologien f&#252;r Menschen mit Behinderungen, wenn sie barrierefrei angeboten werden. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitung zum H&#246;ren, News in Geb&#228;rdensprache oder Video-Blogs bieten Information und aktive Beteiligung an der Wissensgesellschaft f&#252;r alle Sinne. Diese neuen multimedialen Tools und die M&#246;glichkeiten des so genannten Web 2.0 erfreuen sich immer gr&#246;&#223;erer Beliebtheit. V&#246;llig neue  Zug&#228;nge zu Information bieten diese Technologien f&#252;r Menschen mit Behinderungen, wenn sie barrierefrei angeboten werden. Doch machen die &#246;sterreichischen Medien f&#252;r meinen Geschmack erst recht zaghaft von diesen M&#246;glichkeiten gebrauch. </p>
<p>Ich habe mich umgeschaut, auf welche Art und Weise internationale Medien ihre Inhalte f&#252;r mehrere Sinne zug&#228;nglich anbieten und ob Medien Menschen mit Behinderungen mit ihrem Online-Angebot als Zielgruppe ansprechen. Vielleicht holt sich ja der eine oder andere eine kleine Anregung oder kann weitere Beispiele beisteuern. </p>
<p><span lang="en" xml:lang="en">BBC </span>sei zu beginn positiv erw&#228;hnt. Dieses Medienunternehmen bietet neben Sendeleisten, die sich an Menschen mit Behinderungen richten auch entsprechende Web-Channels. „<span lang="en" xml:lang="en">Ouch</span>“ nennt sich das kritisch-humorvolle <span lang="en" xml:lang="en">Livestyle</span>-Magazin rund ums Thema Behinderung, das auch mit einen <a href="http:///www.bbc.co.uk/blogs/ouch/">Blog </a> und <a href="http://www.bbc.co.uk/ouch/podcast/">Podcast </a>aufwartet. Auch <a href="http://www.bbc.co.uk/blogs/access20/">Web 2.0</a> und die Weiterentwicklungen der Medien und deren Zug&#228;nglichkeit ist <span lang="en" xml:lang="en">BBC</span> ein Blog wert. </p>
<p>Ein f&#252;r meinen Geschmack ansprechendes Zeitungs-H&#246;rerlebnis bietet die Wochenzeitung „die Zeit“ mit ausgew&#228;hlten aktuellen Artikeln zum H&#246;ren. Gelesen werden die Artikel von Schauspielern. Ein zwar kostenpflichtiges, aber wirklich brauchbares und genussreiches Service zu finden unter <a href="http://audio.zeit.de/">audio.zeit.de/</a> Dass dieses Service besonders f&#252;r sehbehinderte Menschen interessant ist, ist der Zeit vielleicht gar nicht bewusst, denn die Barrierefreiheit ist meinem Eindruck nach noch ausbauf&#228;hig. Feedback dazu w&#252;rde mich sehr interessieren.</p>
<p>F&#252;r die Verbreitung von Infos und Unterhaltung in Geb&#228;rdensprache w&#252;rde sich Web-TV hervorragend eignen. Der TV-Sender <a href="http://www.phoenix.de/live_stream/721.6,22.htm">Ph&#246;nix </a>sendet meines Wissens nach als einziger TV-Sender via Videostream Informationssendungen in Geb&#228;rdensprache. Ein Beispiel eines <span lang="en" xml:lang="en">special interest</span>-Mediums daf&#252;r ist <a href="http://www.focus-5.tv/f5.html">Focus-5.tv</a>, das Informationen f&#252;r geh&#246;rlose Menschen bietet. Auch der <a href="http://orf.at">ORF </a>bietet die Nachrichtensendung ZIB 1 via Sat-TV in Geb&#228;rdensprache an. Online gibts aber nur ZIB1 ohne Geb&#228;rdensprache.</p>
<p>Als Diskussionsplattformen und frei zug&#228;ngliche Medien etablieren sich neben Weblogs auch Foto-Blogs und Video-Logs, auch VLogs genannt. Im englischsprachigen Raum werden VLogs zur Diskussion in Geb&#228;rdensprache genutzt. Ein beispiel daf&#252;r ist <a href="http://www.youtube.com/w/Subtitled-Sign-Language?v=WLq8qkX3mkM&#038;search">www.youtube.com</a> Auf der Suche nach deutschsprachige VLogs bin ich leider nicht f&#252;ndig geworden. Auch hier auf dem MAIN_blog GEGEN UNFAIR soll es zuk&#252;nftig  Videobeitr&#228;ge in Geb&#228;rdensprache geben. Wer Erfahrung mit VLogs hat und/oder Beitr&#228;ge in &#214;GS zu barrierefreier Kommunikation hier im Blog ver&#246;ffentlichen m&#246;chte, schreibe uns an <a href="mailto:info@mainweb.at">info@mainweb.at</a></p>
<p>Diese Beispiele sollen zeigen, dass es viele ungenutzte M&#246;glichkeiten gibt, Informationen erfahrbar zu machen. Spannend und n&#252;tzlich sind diese Zug&#228;nge f&#252;r viele Personen, wie etwa das wachsende Angebot an Podcasts zeigt. Barrierefrei benutzbar sind leider viele dieser Angebote noch nicht. </p>
<p>F&#252;r eine besonders spannende Sache halte ich barrierefreie multisensorische L&#246;sungen, die Inhalte f&#252;r alle Sinne zug&#228;nglich machen, also in Text, Bild und Ton anbieten. Hinweise gelungener Webauftritte willkommen!</p>
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		<title>Lesetipp: Krimi mit Geb&#228;rden</title>
		<link>http://www.mainweb.at/blog/2006/11/05/lesetipp-krimi-mit-gebaerden/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Nov 2006 09:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Beate Firlinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Gebärdensprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies soll keine Rezension eines Fachbuches werden, sondern eine Leseempfehlung f&#252;r einen Roman, der einiges mit dem Thema &#8220;Barrieren in der Kommunikation&#8221; zu tun hat. Wenn auch nicht vordergr&#252;ndig. Es geht um &#8220;Talk Talk&#8221;, den aktuellen Thriller des amerikanischen Bestseller- und Kultautors T. C. Boyle.
Die Geschichte erz&#228;hlt von einer jungen Frau, deren Identit&#228;t gestohlen wurde, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies soll keine Rezension eines Fachbuches werden, sondern eine Leseempfehlung f&#252;r einen Roman, der einiges mit dem Thema &#8220;Barrieren in der Kommunikation&#8221; zu tun hat. Wenn auch nicht vordergr&#252;ndig. Es geht um &#8220;Talk Talk&#8221;, den aktuellen Thriller des amerikanischen Bestseller- und Kultautors T. C. Boyle.</p>
<p>Die Geschichte erz&#228;hlt von einer jungen Frau, deren Identit&#228;t gestohlen wurde, und zwar nicht im &#252;bertragenen Sinn, sondern ganz real. Sie wurde Opfer eines Betr&#252;gers, der mit ihrer Kreditkarte bezahlt, auf ihre Kosten in Saus und Braus lebt, in ihrem Namen Verbrechen begeht und &#252;berhaupt ihre ganze Identit&#228;t &#252;bernommen hat. Doch die Protagonistin ist k&#228;mpferisch. Sie will sich r&#228;chen und den T&#228;ter um jeden Preis finden. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt, ein spannendes Roadmovie, das die Figuren quer durch die Vereinigten Staaten treibt.</p>
<h4>Sprache und Identit&#228;t</h4>
<p>&#8220;Talk Talk&#8221; ist aber nicht nur ein Krimi &#252;ber Identit&#228;tsdiebstahl, sondern auch ein Roman &#252;ber Sprache und Identit&#228;t. Seine Hauptfigur, die junge Frau namens Dana Halter, ist Lehrerin an eine Geh&#246;rlosenschule und selbst geh&#246;rlos. Sie wird als eigenwillig und attraktiv beschrieben, als schwierige und selbstbewusste Pers&#246;nlichkeit, die sich nichts gefallen l&#228;sst und sich wehrt, wenn sie sich diskriminiert f&#252;hlt, weil sie geh&#246;rlos ist. Diese Erfahrung mit Diskriminierung zieht sich wie ein zweiter Film durch die Handlung, ebenso wie die Beschreibung der Kommunikation in Geb&#228;rdensprache.</p>
<p>Der Titel des Buches &#8220;Talk Talk&#8221; bezieht sich auf einen Ausdruck aus der amerikanischen Geb&#228;rdensprache, der American Sign Language (ASL), hei&#223;t es in der Vorbemerkung zum Roman. Auf Deutsch l&#228;sst sich das mit &#8220;geb&#228;rden&#8221; &#252;bersetzen und meint die Unterhaltung und Konversation von geh&#246;rlosen Menschen mit Handzeichen, Gestik und Geb&#228;rden. Wie der Autor erkl&#228;rt, habe er im Buch nicht versucht, die Geb&#228;rdensprache w&#246;rtlich in die Lautsprache zu &#252;bersetzen, sondern Gehalt und Bedeutung der Geb&#228;rden in einen gesprochenen Dialog zu &#252;bertragen.</p>
<h4>Gef&#252;hlswelt geh&#246;rloser Menschen </h4>
<p>Meist  gelingt es T. C. Boyle hervorragend, gesellschaftskritische Themen in zeitgem&#228;&#223;e, bissige Unterhaltungsliteratur zu verpacken. In diesem Fall hat er sich gewiss eingehend mit der Sprache und Kultur geh&#246;rloser Menschen in den USA befasst. Ob auch tiefgehend und sensibel genug, ist allerdings in den Kommentaren zu &#8220;Talk Talk&#8221; umstritten.</p>
<p>Manche KritikerInnen meinen, Boyle sei es nicht gelungen, in diesem Roman die Gef&#252;hlswelt seiner geh&#246;rlosen Heldin tats&#228;chlich erz&#228;hlerisch sp&#252;rbar zu machen. So hei&#223;t es etwa in einer <a title="Neues Fenster" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/533746/" target="_blank">Rezension von Deutschlandradio Kultur</a> mit dem Titel &#8220;Roman ohne Thema&#8221;: „Wie stellt man eine Welt dar, die so gar nichts mit der eigenen Erfahrung zu tun hat? Boyles L&#246;sung ist einfach, allzu einfach: Talk Talk ist eben kein Buch &#252;ber das Leben und Erleben Geh&#246;rloser, sondern ein schlichter Thriller. Die Hauptfigur k&#246;nnte genauso gut auch blind sein oder ein Holzbein haben, so &#228;u&#223;erlich bleibt ihre Behinderung.“</p>
<p>Ich kann diese Kritik nicht uneingeschr&#228;nkt teilen, auch wenn der Roman insgesamt eher oberfl&#228;chlich bleibt und die Empathie nur in manchen Passagen nachvollziehbar wird. Mir hat &#8220;Talk Talk&#8221; trotzdem gut gefallen, weil es wirklich spannend und schnell zu lesen ist und auch gerade deshalb, weil es nicht ein Buch &#252;ber Geh&#246;rlosigkeit ist, sondern eben ein Krimi, in dem ausnahmsweise und zur Abwechslung einmal ein geh&#246;rlose Heldin im Zentrum des Geschehens steht. W&#252;rde mich interessieren, wie das andere sehen, die sich mit der Geb&#228;rdensprache auskennen und das Buch gelesen oder das Audiobook geh&#246;rt haben.</p>
<p>T.C. Boyle: Talk Talk<br />
Roman. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren.<br />
398 Seiten, Hanser Verlag, M&#252;nchen 2006<br />
ISBN: 3-446-20758-9</p>
<p>H&#246;rbuch: 4 CD im Digipak, gek&#252;rzte Lesung, Laufzeit ca. 300 Minuten<br />
Sprecher: Jan Josef Liefers, Lesefassung: Katja Semprich, Regie: Ralf Becher<br />
Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren.<br />
Produktion: Der H&#246;rverlag / Rundfunk Berlin Brandenburg 2006</p>
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