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18. November 2008, von Beate Firlinger

Petitionssystem mit Hürden

Gestern landete ein interessanter Hinweis im elektronischen Postfach von MAIN, auf den ich gerne auch hier im Blog verweisen möchte.

Hallo in Richtung Süden!

Das E-Mail betrifft die neue Online Petitionssystem des deutschen Bundestages, das erst jüngst ins Netz ging und dennoch ziemlich alt aussieht. Das befindet jedenfalls Alvar Freude, der das deutsche Perl-Blog betreibt und darin über die Programmiersprache Perl “und so manches, was irgendwie damit zu tun hat” bloggt. Das E-Mail hat Alvar geschickt, weil er meint, dass uns dieses “Beispiel für ‘Barrierefreiheit’ der besonderen (deutschen) Art” vielleicht interessieren könnte: “Des Bundestags neue Online-Petitions-Webseite, mit viel Tam-Tam gestartet, ist alles andere als barrierefrei – und das obwohl die Anforderungen eindeutig die Einhaltung der entsprechenden Standards verlangt haben. Aber offensichtlich hat dies niemand kontrolliert …”

Ja, klingt interessant, vor allem auch, weil Alvar auch die Links zu seinen Blogbeiträgen mitgeschickt hat, wo er die bundestägliche e-Petitions Webseite gründlich unter die Lupe nimmt. Fazit seiner ausführlichen Analyse:

“Dass die Umsetzung der Online-Petitions-Webseite alles andere als optimal ist, ist deutlich zu sehen: Schlechte Bedienung, fehlende Funktionalität bzw. nicht eingehaltene Anforderungen, mangelnde Barrierefreiheit, sicherheitskritische Basis, altbackenes Design und rechtswidrige Datenabfrage. Man kriegt eben das, was man bezahlt. Natürlich kann man in einigen der hier genannten Kritikpunkte anderer Meinung sein, aber bei einem Projekt des Bundestages habe ich einfach besonders hohe Ansprüche!”

Vorwärts in die Vergangenheit

Nachzulesen ist das Dossier im Perl-Blog unter dem Titel: Mit dem Bundestag zurück ins Web 1.0. Und nicht nur das. Auch zum Hören gibt’s was, weil Alvar Freude als Ergänzung zu seiner Kritik an der Online-Petitions-Webseite auch einige Audio-Aufzeichnungen mit Screenreadern angefertigt und als MP3 Files ins Web gestellt hat. Damit lässt sich akkustisch nachvollziehen, wie sich die neue Website des Bundestages für blinde Menschen anhört. Klingt, soviel ich hineingehört habe, nicht so toll.

Plattformen zur e-Petition sollen es künftig den Bürgerinnen und Bürgern erleichtern, auf einfache Weise Eingaben (siehe auch Wikipedia unter Petiton) online an das Parlament bzw. die jeweiligen Ausschüsse zu richten. Eine komfortable und zeitgemäße Benutzerführung ist dabei ebenso zwingend wie die Einhaltung von Kritierien der Web Accessibility. Weil sonst die Bürgerinnen und Bürger in die Webwüste geschickt werden, was ja nicht im Sinne der aktuell so gerne erwähnten e-Participation und e-Democracy sein kann. Mal sehen und recherchieren, wie sich das in Österreich gestalten wird …

Dankeschön jedenfalls in Richtung Norden für das E-Mail.

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