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17. Oktober 2008, von Maria Putzhuber

ebiz egovernment award 2008

Den “ebiz egovernment award” – gibt es seit 4 Jahren. Report Verlag und Digitales Österreich zeichnen damit österreichweit “die nachhaltigsten und kreativsten IT-Lösungen in Business und Verwaltung” aus. Zusätzlich wurden heuer erstmals ein “Sonderpreis für Barrierefreiheit in der IT” und ein “Sonderpreis für Chancengleichheit in der IT” verliehen.
Gestern fand im Siemens Forum die Preisverleihung für Wien und die Kür der BundessiegerInnen statt.

Der bundesweite “Sonderpreis für Barrierefreiheit in der IT” wurde für die Website linz.at verliehen.
In Wien erhielten der Nachrichtendienst BIZEPS Info Online , das Fussballblog football4all.eu und das Webprojekt eines deutschen Journalisten “Chronologie des Holocaust” den Sonderpreis für Barrierefreiheit.

Auch die E-Government Projekte mussten bei der Einreichung ein Accessibility Statement abgeben, Webprojekte sind also wohl WCAG A konform. Wiener Landessieger wurde das Onlinetool “FGÖ E-Services und Projektguide”, mit dem Förderanträge beim Fonds Gesundes Österreich eingereicht werden können, Bundessieger das Salzburger Einsatzsteuerungssystem für Rettungsdienste ” Elektra+”.
Alle PreisträgerInnen und Nominierten und die für die Umsetzung zuständigen Agenturen sind auf der Website des Awards nachzulesen, mag sie mir jetzt hier nicht alle zusammenklamüsern.

Die Präsentation der Projekte und die Preisvergabe durch Martin Szelgrad vom Report Verlag, Ministerin Silhavy und BKA Beamte war ganz schön langwierig (nach den Bundesländern die 9. Roadshow, das hängt sich vermutlich ganz schön an…)
Screenshots der Websites und Software User Interfaces auf den Powerpoint Folien hätten mir als Webmensch vielleicht mehr Eindruck von den Projekten gegeben, als die nur Emotionen transportierenden stellvertretenden Bilder.

Aber gute Sache alles in allem, wohlmeinende Veranstalter, tolle Projekte, zahllose Nominierte und Preisträger, schwere Stelen, große Urkunden, viele Anzüge im Publikum und wohlverdiente Brötchen hinterher.

Die Einreichvorgaben waren recht unspezifisch und so konkurrierten eher unvergleichbare Projekte um den gleichen Preis, beim Sonderpreis Barrierefreiheit etwa ein sprachgesteuerter Bankomat, Screen Reader taugliche ERP Software, große Behördenwebsites und kleine Sozialprojekte. Egal, es geht um die gute Sache und alle Preisträger verdienen ihren Preis zurecht.

Ein E-Business Award für Barrierefreiheit, den ich mir irgendwie des Namens wegen erwartet hatte, war es eher nicht, mehr ein E-Inclusion, E-Awareness, E-Engagement Award, kein Signal an die Wirtschaft, dass Barrierefreiheit in der IT businesstauglich und businessnotwendig ist.

3 Reaktionen zu “ebiz egovernment award 2008”

  1. Beate Firlinger

    Auch wenn es kein Ein E-”Business” Award für Barrierefreiheit sein mag: Es freut mich doch, hier im MAIN_blog von Maria erfahren zu dürfen, dass das Fußballblog football4all.eu einen Sonderpreis für Barrierefreiheit in Wien erhielt. Weil nämlich wir von MAIN im Hintergrund auch ein bisserl daran beteiligt waren: Olé Olé …

  2. Martin Ladstätter

    Wie Maria so klar beschrieben hat. Die Veranstaltung dauerte wirklich sehr lange bis alle Siegerinnen und Sieger der einzelnen Kategorien ausgezeichnet wurden und kurz jeder dazu Stellung nahm.

    Vielleicht wäre es in den Folgejahren besser, die Wiener Preisverleihung nicht gleich mit der Bundespreisverleihung zu vereinen. Wahrscheinlich ist das aber eine Kostenfrage.

    Für den Gedanken der Barrierefreiheit wäre es sicherlich besser, wenn große Unternehmen gute Projekte eingereicht hätten und gewonnen hätten. Es tat der BIENE in Deutschland ziemlich gut, dass 2006 dort Pfizer gewonnen hatte. Nur ist es anscheinend so, dass in Österreich solche Projekte nicht existieren bzw. eingereicht werden. Wäre wirklich wünschenswert, wenn 2009 entweder ORF, ÖBB, Telekom oder so wer gewinnt.

  3. Maria Putzhuber

    Ein neu geschaffener Preis muss sich erst etablieren und den nötigen Bekanntheitsgrad bekommen, damit die großen Player mitspielen. Es ist auch gut, wenn erstmal die Pioniere Öffentlichkeit bekommen. Mit der BIENE vergleichen kann man diesen “Sonderpreis für Barrierefreiheit in der IT” nicht. Dafür fehlen ein klares Konzept, nachvollziehbare, offengelegte Nominierungs- und Prüfungskriterien und der dafür nötige Apparat im Hintergrund. Meinem Eindruck nach wurden alle Projekte nominiert, die eingereicht wurden und sich nicht durch völlige Unprofessionalität disqualifiziert haben, egal, ob alt oder neu, groß oder klein, komplex oder einfach, Konzept oder fertiges Projekt, herausragend oder motivierungswürdig. Ganz ernst nehmen kann ich diesen Preis also noch nicht.

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