12. Oktober 2007, von Beate Firlinger
Notiz Blog Parade 2
Zwischendurch über Barrieren im Netz
Twitter die Zweite
Wie bereits in Notiz Blog Parade 1 erklärt, versteht sich unser Twitter Feed Accessibilty nicht so recht mit dem Screenreader und der Sprachausgabe. NutzerInnen dieser Assistierenden Technologien hatten somit keinen guten Überblick über die laufend eingehenden Beiträge zur Accessibility Blog Parade.
Um das Sprach(auszeichnungs)-Wirrwarr ein wenig aufzulösen, haben wir bei Twitter schon eine Anfrage gepostet. Dabei hat Maria Putzhuber, die Fachfrau für Accessibility Fragen, den KollegInnen in San Francisco gleich ein paar praktische Vorschläge mitgeschickt, wie die Texte auf Twitter in verschiedenen Sprachen ausgezeichnet und damit zugänglicher gemacht werden könnten. Da es weit ist bis Amerika, ist aber noch keine Antwort zurück gekommen. Sollte es eine geben, werden wir davon berichten.
Blogparade Roll
In der Zwischenzeit haben wir im MAIN_blog an einer Alternative zum Twitter Feed Accessibility gebastelt und eine Blogparade Roll angelegt. Hier listen wir nun ebenfalls alle Blogs und Beiträge auf, die bei unserer Accessibility Blog Parade mitmachen. Und wie sich zeigt, ist diese Liste eigentlich schon ganz schön lange am dritten Tage dieser Aktion. Darunter natürlich alle Aufrufe zur Parade, aber bereits auch einige wirklich interessante Geschichten und Diskussionen über Barrieren im Netz. Welche inhaltlichen Knotenpunkte sich dabei tatsächlich verdichten, ist noch abzuwarten. Die bisher gelegten thematischen Fäden sind jedenfalls ebenso vielfältig wie die Herausforderungen der Accessibility im Web 2.0.
Parade im Postfach
Über einen Mangel an elektronischer Post haben wir derzeit auch nicht zu klagen. Ganz besonders nett finden wir folgendes Email, das Carsten Bach aus Halle an MAIN geschickt hat:
“Hallo nach Wien,
ich bin gerade über die Blogparade auf eure Seite aufmerksam geworden. Schön zu lesen, dass es in Österreich eine richtige Kampagne für ein zugängliches Web gibt. Das wäre für Deutschland nur zu wünschen oder zu träumen.
Ich interessiere mich für eines eurer Kampagnentshirts, um auch in meiner Firma und in der Berufsschule auf das Thema aufmerksam zu machen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Riesig würde ich mich freuen, wenn ihr mir ein T-Shirt in Größe S zuschicken könnt. Kann das klappen? …”
Das könnte klappen, nur Größe S der T-Shirts GEGENUNFAIR ist leider schon vergriffen. Carsten schreibt übrigens schon an einem Beitrag zu Accessibility Blog Parade, den wir voraussichtlich nächste Woche lesen können. Hier nochmals die Email-Adresse zur Accessibility Blog Parade: blogparade@mainweb.at










Über dieses Blog
Am 12. Oktober 2007 um 20:35 Uhr
Die wenigsten Leute lesen Twitter über die Webseite, sondern über andere Tools und RSS. Vielleicht wäre das mal ein guter Anlass, Tools zu testen. Zudem bietet Twitter eine API. Vielleicht hat ja jemand Lust, ein barrierefreies Twittertool zu bauen…
Am 12. Oktober 2007 um 22:35 Uhr
Es wäre prinzipiell interessant, ob und welche Web 2.0 Tools schon auf Barrierefreiheit analysiert wurden.
Frage: Sind nicht auch die TinyURLs ein Problem – oder reicht der Beschreibungstext (sofern man einen eingibt) davor/danach?
Am 12. Oktober 2007 um 23:13 Uhr
Hach, obwohl ich hier im (jungen) Donautal sitze, höre ich es aus dem Rheintal klagen: “Warum machen wir das hier eigentlich?“
Am 13. Oktober 2007 um 00:29 Uhr
Wie weit die Blog Parade eine “richtige Kampagne” ist könnte ich nicht sagen, das hängt natürlich von allen ab, die es weiter verbreiten
Aber die Blog Parade ist nicht auf Österreich beschränkt, jedeR kann mitmachen – aus Österreich, Deutschland, der Schweiz,… Die Blog Parade ist eine Initiative zweier Blogs (”zufällig” aus Österreich). Aber jedeR ist eingeladen eine eigene Idee zu entwickeln und diese dann weiterzuverbreiten. Eine Blog Parade ist da nur eine der Möglichkeiten.
Am 13. Oktober 2007 um 08:06 Uhr
@Christiane: Klar kannst du Twitter über RSS beziehen. Das heißt aber meiner Meinung nach nicht, dass nicht auch die Website zugänglich sein sollte. Ich glaube, es wäre gar nicht so kompliziert, da eine Möglichkeit zur flexiblen Auswahl und Auszeichnung verschiedener Sprachen für die “Twitterati” mit Screenreader einzubauen. Ein twitterähnliches barrierefreies Werkzeug zu bauen, ist aber auch eine Idee.
@Robert: Die TinyURLs sind sicher auch ein Accessibility Problem. Maria hat das in unserer Anfrage an Twitter ebenfalls deponiert. Mal sehen, wie es damit weiter geht.
@Blanzelot: Sorry, ich habe mich einfach gefreut, dass uns ein Lehrling schreibt. Die sind ja nicht unbedingt die Zielgruppe des AccessBlogs und ähnlicher Fachkreise. Das hat auch nicht direkt etwas mit dem Thema zu tun, vielleicht aber mit der Frage, mit welchen Mitteln du welche Leute erreichen willst.
Uns ist im Gegenzug aufgefallen, dass in einigen deutschen Blogs bei den Ankündigungen zur Parade sehr wohl auf “Österreich” oder “im Nachbarland” verwiesen wird. Wir haben diese Wörter ganz bewusst aus sämtlichen Texten zu unserer Aktion herausgestrichen, weil das ist hoffentlich kein Thema bei dieser Initiative für Accessibility im world wide web.
PS: Natürlich ist das Projekt der BIENE zur Barrierefreiheit 2.0 superspannend. Da wollen und können wir uns keinesfalls damit messen …
Am 14. Oktober 2007 um 01:03 Uhr
@Beate
Ja klar sollte auch die Twitterseite zugänglich sein. Man muss sich ja registrieren etc. Ich wollte damit nur sagen, dass die API sowie RSS wirklich auch eine Chance für Barrierefreiheit bieten. Habt Ihr Euch mal Jaiku angesehen (die seit 2 Tagen zu Google gehören)?
Am 14. Oktober 2007 um 12:48 Uhr
@Christiane
Jaiku ist derzeit für Neuregistrationen gesperrt.
Die Wahl von Twitter als Newsfeed kam von meiner Seite, da ich damit schon einige Erfahrungen hatte und damit auch die Chance sah einige BloggerInnen etc. zu erreichen, die sich schon in diesem Umfeld bewegen. Abgesehen von der Blog Parade wäre es natürlich interessant sich einige Twitter “Klone” auf Barrierefreiheit anzusehen – das wäre doch ein Thema für einen Paradenbeitrag!
Es wäre meiner Meinung auch interessant zusammenzutragen, welche Beiträge es schon zu Web 2.0 Anwendungen (Microblogging, Social Networks,…) und Barrierefreiheit gibt.
Die APIs von solchen Anwendungen für barrierefreie Applikationen zu nutzen hat natürlich auch was für sich. Die Problematik der TinyURLs bei Twitter lässst sich damit aber wohl auch nicht umgehen, oder?