29. Juni 2007, von Beate Firlinger
Hürden und Hebel
Der Internetauftritt des Österreichischen Rundfunks lässt in puncto Barrierefreiheit einiges zu wünschen übrig. Das bedeutet, dass das Portal des ORF für viele BesucherInnen mehr schlecht als recht zugänglich ist. Etwa für NutzerInnen, die mit Vergrößerungsprogrammen, Textbrowsern, Braillezeile oder anderen assistiven Technologien auf ORF.at surfen wollen. Sie stoßen dabei auf vielfältige Hürden, etwa auf Fotos und Bilder, zu denen keine sinnvollen, oft irreführende Alternativtexte angeboten werden. Ebenso ist es unmöglich, ohne Maus und nur per Tastatur durch die ORF-Site zu navigieren, um nur einige Mängel zu erwähnen.
Ob dieser Unzulänglichkeiten wird ORF Online von betroffenen NutzerInnen und Fachleuten für Web Accessibility seit langem kritisiert. Zumal das Unternehmen ja einen öffentlich rechtlichen Auftrag hat und sich auch aus Gebühren von KundInnen speist, die barrierearm gestaltete Medienangebote wollen und brauchen.
Nachbesserung
So schreibt Martin Ladstätter im Bericht Der neue ORF im April 2007 auf BIZEPS INFO Online: “Welche Verbesserungen der ORF mit ‘der größten Programmreform aller Zeiten’ für behinderte Menschen bringt, ist noch unklar. Möglichkeiten gäbe es viele: Das Internetangebot des ORF ist noch immer nicht barrierefrei. Dies ist deswegen so bedauerlich, weil die Qualität der ORF-Internetangebote äußerst hoch ist. …”
Um die Qualität, aber auch um die Barrierefreiheit von ORF-Angeboten im Internet geht es auch in einem Beitrag, der unlängst auf werbeplanung.at erschienen ist. Das Weblog für Online-Marketing veröffentlichte am 25. Juni 2007 ein Gespräch mit der neuen Führung von ORF Online, in dem der Redakteur von werbeplanung.at Bernd Platzer auch das Thema barrierfreies Internet anschneidet und sich dabei auf eine Einschätzung meinerseits bezieht. Die Anwort von Karl Pachner, dem Geschäftsführer der ORF Online und Teletext GmbH & Co. KG, fällt durchaus interessant aus, zumindest was die Formulierung betrifft:
“werbeplanung.at: Beate Firlinger, Vorstandsmitglied von MAIN_Medienarbeit Integrativ, bezeichnet die orf.at-Seite in punkto Barrierefreiheit mangelhaft. Basisrichtlinien, um Websites barrierefrei zu machen, seien nicht eingehalten worden. Ist hier eine Nachbesserung angedacht?
Pachner: Wir bemühen uns seit langem darum, unsere Angebote möglichst barrierefrei zu gestalten. Dennoch ist es gerade bei einem Medium, dass wie ORF.at so viele, umfangreiche und unterschiedliche Angebote hat, richtig, dass es immer weitere Verbesserungsmöglichkeiten geben wird. Die Vielfalt unserer Angebote trägt in ihrer Konsequenz auch eine Vielzahl unterschiedlicher Beginndaten. Das ORF.at-Network ist keine zentralistische Maschine, in der mit einem Knopfdruck alle Hebel gleichzeitig umgelegt werden, sondern eine Mischung unterschiedlicher Phasen im Lebenszyklus. Das wirkt sich dann auch bei der gegenständlichen Fragestellung aus.”
Nachhilfe
Ich habe das Gefühl, dass diese vielsagende Auskunft zur gegenständlichen Fragestellung in ihrer Konsequenz bei mir irgendwie einen Hebel umlegt. Sorry, aber da hilft wohl nur eins: Nachhilfe bei Wikipedia unter folgenden Stichwörtern: Leerformel, Worthülse, Buzzword und Bullshit-Bingo.









Über dieses Blog
Am 12. Juli 2007 um 14:47 Uhr
Zu den Mängeln und Hürden würde ich auch vertonte Videos auf ORF-Online nennen, da diese keine ein- bzw. ausblendbare (versteckte) Untertitel anbieten.
Am 15. Juli 2007 um 01:00 Uhr
Und warum ist hier schon wieder nur von Frauen die Rede? Schließlich gibt es auch männliche Nutzer die mit Vergrößerungsprogrammen, Textbrowsern, Braillezeile oder anderen assistiven Technologien arbeiten.
Am 12. November 2007 um 11:12 Uhr
[...] von Design Tagebuch Aber nicht genug es gibt jede Menge Seiten die was gegen den ORF haben sowie diese Seite Das Video kennt ihr bestimmt schon: ORF Beschwerde « Selfhtml – gehackt | [...]