7. April 2007, von Beate Firlinger
Netzgespräche
Ob Barcamp, Webmontag oder First Tuesday – Wer sich für das Web (2.0) und die neuen Technologien begeistert, hat mittlerweile vielfältige Möglichkeiten, sich mit anderen Fachleuten oder Interessierten persönlich auszutauschen. Und es entstehen immer neue Ideen zur Vernetzung, die den Wissenstransfer und die Begegnung von Menschen im realen wie im virtuellen Leben erleichtern wollen.
So verschieden die Spielarten dieser Web-Meetings mittlerweile sind, haben sie vor allem eines gemeinsam: ein offenes Veranstaltungskonzept, das alle nutzen können, die sich in einer ungezwungenen Atmosphäre treffen, ihr Wissen und Know-how mit anderen teilen und voneinander lernen möchten.
Webplausch real
Robert Lender, Blogger und Betreiber von Nur ein Blog, hat sich von dieser Philosophie der Barcamps und des Webmontags inspirieren lassen und eine weitere Form der Zusammenkunft ins Leben gerufen, die sich „WebPlausch“ nennt. Dahinter steckt eine einfache Idee zum unkomplizierten Austausch von Expertenwissen in Real Life, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lässt: Geplauscht wird in gemütlicher Umgebung, in einem Lokal oder an einem anderen öffentlichen Ort. Dazu braucht es nur einen Termin und eine Person, die anwesend ist und für Informationen rund um das Thema Web zur Verfügung steht. Wer will, schaut vorbei, stellt Fragen, diskutiert und geht wieder.
Der erste WebPlausch von und mit Robert Lender ist am 16. April 2007 in Wien. Alle Infos dazu gibt es auf Nur ein Blog und allgemeine Auskünfte zum Projekt unter webplausch.info.
Webtalk virtuell
Ebenso einfach wie das Konzept des WebPlauschs ist die Grundidee, die sich hinter dem etwas sperrigen und kryptisch klingenden Kürzel „w2xyTalk“ verbirgt. Es handelt sich um ein neues Format für kürzere, textliche Interviews, das der deutsche Blogger Oliver Ueberholz für sein Blog webworkblogger.de kreiert hat.
Angesichts des wachsenden Wusts an unüberschaubaren Informationen im weltweiten Web soll w2xyTalk als Namenskonvention dienen, die ein einheitliches Tagging, also die Vergabe von Stichwörtern, erlaubt und das Recherchieren von Interviews in Weblogs erleichtert. Wie es genau funktioniert, ist auf webworkblogger.de ausführlich beschrieben.
Verkürzt erklärt, geht es um Interviews über ein Webthema mit jeweils fünf kurzen Fragen und fünf knackigen Antworten. Diese werden mit dem Tag versehen, wobei “w2″ für “web 2.0″ steht, “xy” austauschbar ist und jeweils die Top Level Domain des/der Interviewten bezeichnet, also “de” für Deutschland, “at” für Österreich, usw., und “Talk” eben das Gespräch meint. Auf diese Weise könnte sich ein neues und frei kopierbares Talkformat etablieren, das weltweit einheitlich gepostet, getaggt und gefunden wird.
Interview barrierefrei
Eine simple, aber interessante Idee, die der umtriebige Wiener Blogger Robert Lender bereits aufgegriffen und als w2atTalk nach Österreich importiert hat. Zwei w2atTalks hat er bereits in seinem Blog publiziert. Wobei eines dieser Netzgespräche – und darauf muss hier natürlich verwiesen werden – ein aktuelles Interview zum Thema „Barrierefreiheit und Internet“ ist, das ich als Vertreterin von MAIN per Email gegeben habe und das hier zu lesen ist.









Über dieses Blog
Am 7. April 2007 um 13:54 Uhr
Danke für die Erwähnung des WebPlausch und des w2atTalks. Dies ist für mich das faszinierendste am Internet. Eine Idee kann man einfachst – über das eigene Blog etc. – publizieren, andere greifen sie auf und so verbreitet sie sich, sofern von anderen für gut befunden. Der/die Einzelne wird somit unabhängig von etwaigen Massenmedien und hat durchaus auch die Chance etwas zu bewegen. Ohne ganz zu übertreiben: Mit dem Web gilt der Ausspruch “Ich bin ja nur ein Einzelner, was kann ich allein schon verändern” noch weniger.
Ich würde mich freuen, wenn mancheR die WebPlausch Idee aufgreift und selbst einen anbietet. Auch Oliver Ueberholz´s Idee des w2xyTalk hat einige interessante Aspekte. JedeR kann zum/zur InterviewerIn werden. Der Tag w2xyTalk, w2atTalk, w2deTalk, w2??Talk kann dann ev. in einem Jahr zu überaus interessanten Kurzinterviews mit den vielfältigen Aspekten des Web führen. Auch hier gilt, bei Interesse einfach mitmachen.
Nebstbei: Der nächste w2atTalk ist schon in Vorbereitung und geht bald “auf Sendung”.
Am 7. April 2007 um 14:09 Uhr
Ich halte das Talkformat auch für interessant und kann mir sehr gut vorstellen, dass wir von MAIN in nächster Zeit ebenfalls Interviews machen und unter dem Stichwort “w2atTalk” online stellen werden.
Am 13. Juni 2007 um 15:07 Uhr
[...] Aktuell widmet sich Robert Lender gerne auch seinem neuen Projekt WebPlausch. Ich habe über diese Spielart der persönlichen Zusammenkunft im Beitrag Netzgespräche hier im MAIN_blog bereits berichtet. Der Webexperte, von Brotberuf Beamter, möchte damit Menschen den Zugang zum Wissen über das Internet erleichtern – ein Accessibility Angebot der anderen Art, wie er sagt. Womit wir wieder beim Thema wären – dem Webtalk mit Robert Lender über seine Zugänge und Einschätzungen zur Web Accessibility: [...]
Am 4. August 2007 um 19:22 Uhr
Sehr schöne Zusammenfassung. Und danke für den Tipp! Das Blog Webworkblogger.de kannte ich noch nicht. Für Lesestoff ist dieses Wochenende also gesorgt.