15. März 2007, von Kornelia Götzinger
Gitterbettsperre
Kürzlich flatterte ein Veranstaltungshinweis für das Jüdische Museum auf meinen Schreibtisch. Ich überlegte kurz, ob die Räume stufenlos sind und beschloss, die Veranstaltung zu besuchen. Von meinen Stadtspaziergängen hatte ich in Erinnerung, dass diese Räume barrierefrei zugänglich sind.
Denkste! Als ich um 19.10 Uhr zum Eingang kam, war dieser versperrt. An der Tür befand sich ein Zettel mit dem Hinweis: „Eingang nebenan“. Ich rollte zur genannten Türe, machte auf und stand vor vier Stufen. Glücklicherweise sah ich in weiter Ferne einen Billeteur, mit dem ich durch Winken Kontakt aufnehmen konnte. Ich zeigte auf die Stufen und auf meinen Rollstuhl. Er holte einen Schlüssel und sperrte mir die stufenlos zugängliche Tür auf. Dann erklärte er mir: „Wissen Sie, die rollstuhlgerechte Türe wird um 18 Uhr zugesperrt“.
Diese Denkweise finde ich schon faszinierend. Scheint so, als glauben manche Leute allen Ernstes, dass behinderte Personen um 18 Uhr Gitterbettsperre haben und somit keine Abendveranstaltungen besuchen.









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