Sie sind hier: MAIN web Home / MAIN blog / Artikel: Blog barrierefrei

6. Februar 2007, von Beate Firlinger

Blog barrierefrei

Nachtrag 1 zum BarCamp Kärnten

Das BarCamp Kärnten ist vorüber. Zumindest die physische Begegnung von rund 80 Teilnehmenden am 3. und 4. Februar 2007 an der Universität Klagenfurt. Was bleibt, sind die Spuren im Netz, also jede Menge Berichte, die nun weiter verfolgt und gedeutet werden können.

Gruppenbild mit Damen

Wie in der Nachlese von Maria Putzhuber bereits beschrieben, verlief der Auftritt des „Damen-Trios von MAIN“ (Marcus Pirchner in seinem Blogeintrag) recht emotionsgeladen. Wir widmeten uns in einer offenen Diskussionsrunde der Frage: “Blog barrierefrei – oder wie zugänglich ist die virtuelle Gesellschaft?”. Ein Titel, der im Nachhinein betrachtet wohl besser “Wie exotisch ist barrierefreies Internet?” gelautet hätte.

Schon erstaunlich, wie fremd das Thema “Web-Accessibility” den anwesenden “BarCampaneros” großteils war. Auch der männlichen Technikerfraktion in Turnschuhen, beim BarCamp stark vertreten, sind die Anforderungen der zugänglichen Gestaltung von Internetangeboten kaum geläufig.

Impulse zum Weiterdenken

Umso erfreulicher die positiven Rückmeldungen und die Berichte in diversen Weblogs, die unsere Session beim BarCamp Kärnten erwähnenswert finden.

Nachfolgend dazu eine kleine Auswahl an Links zum Anschauen, Nachlesen und Weiterdiskutieren:

Bericht in Marcus Pirchner’s Weblog virtualbites.at:
Barrierefreiheit mit Nachschlag

Bericht in lotte’s kleine rosarote welt:
Barrierefreies Web

Beitrag auf zerokspot.com:
BarCamp Kärnten 07: Der erste Tag

Live Unplugged:
Barcamp Tag 1

SemanticMetadat.net:
Report Barcamp Kärnten: Review (in Englisch)

Fotos auf Flickr.com:
Barrierefreiheit im Web

Beate Firlinger & Brigitta Aubrecht on Flickr

Mahlzeit, MAIN!
Danke, übrigens. Die Kasnudln waren super.

5 Reaktionen zu “Blog barrierefrei”

  1. Robert Lender

    Ich war ebenso erstaunt auf welch Widerstand (bei manchen) das Thema gestossen ist. Ich dachte immer, diese Zeit haben wir schon hinter uns. Erfreulich war aber das große Interesse vieler anderer. Anscheinend ist es aber eben für die vielen noch schwierig an die richtigen Informationen und an Unterstützung in ihrer Bemühung um Accessibility heranzukommen. Hier bedarf es sicherlich noch vieler Maßnahmen und Angebote. In meinem Weblog ist der MAIN Vortrag leider noch nicht erwähnt, aber das folgt sicher noch!! Ich komme derzeit nicht einmal mit dem Lesen anderer Blogeinträge zum BarCamp nach ;)

  2. Beate Firlinger

    Ja, es stimmt, das BarCamp hat recht deutlich gezeigt, dass es zum Thema Web Accessibility noch viel Information und Aufklärung braucht. Allerdings gibt es auch starke emotionale Barrieren, die einer näheren Befassung mit dem Thema im Wege stehen. Dies belegt jedenfalls unsere Studie “Mediennutzung ohne Barrieren”, die wir 2006 gemacht haben.
    Nähere Infos dazu siehe: http://www.mainweb.at/infopool/studien/

    Ist halt in weiten Kreisen einfach nicht so cool, sich mit Fragen der Zugänglichkeit von Kommunikation (oder überhaupt mit Behinderungen) zu befassen. Da liegt schon der Knackpunkt für unsere Aktivitäten, wie wir das Thema aus der moralischen Kiste herausholen und “attraktiver” machen können. Anregungen dazu sind also jederzeit willkomen.

    PS: Uns geht es genauso. Wir haben die Bloggosphäre nach dem BarCamp auch noch nicht im Detail erforscht. Leider zu wenig Zeit, da in der realen Welt die oben erwähnte Aufklärungsarbeit wartet ;-)

  3. Mathias Lux

    Die emotionsgeladene Diskussion hat gezeigt wie wichtig die Aufklärung ist. Ich seh immer wieder wie wenig der “Durchschnittsbürger” über Behinderung weiss bzw. zu wissen bereit ist. Ich hab mich richtig über die offensichtliche Ignoranz mancher Teilnehmer geärgert und frag mich dann immer inwieweit diese Leute die “reale Welt” sehen und begreifen.

    Barrierefreies Web-Programmieren sollte nicht nur rechtliches sondern auch soziales & ethisches “Muss” sein! Ihr habt in diese Richtung einen super Beitrag in das Barcamp eingebracht und zur Diskussion angeregt. THX!

  4. Beate Firlinger

    @ Mathias: Danke für deine emotionale Unterstützung und eine Anmerkung dazu: Barrierefreies Web lässt sich auch noch aus einer anderen, nicht moralischen, sondern rein fachlichen Perspektive betrachten und denken. Stichworte dabei sind: Webstandards, Trennung von Form und Inhalt, Konvergenz, Ausgabe von Inhalten in Endgeräten wie dem Handy, Reichweiten und Suchmaschinen, etc.

    Web Accessibility ist also nicht nur ein rechtliches oder ethisches Muss. Das natürlich auch. Das Thema und die Fachleute, die sich damit befassen, leisten auch allgemein einen wichtigen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung und Verbesserung des Internet, in manchen Punkten spielen sie auch eine Vorreiterrolle. Wäre also gut, wenn sich die Diskussion über Barrierefreiheit langsam wegbewegt von der Etikette “behindertengerecht”, die noch bei so vielen auf Ignoranz stößt, wie wir es beim BarCamp in Klagenfurt erlebt haben …

    PS: Dein Beitrag beim BarCamp zur kollektiven Intelligenz im Web 2.0 war übrigens auch sehr anregend.

  5. Mathias Lux

    Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Standardisierung: Man muss acht geben was bei einem Standard oder einer Standardisierungsinitiative das Ziel ist. In vielen Fällen verschwinden die eigentlichen Ziele wie Interoperabilität (z.B. MPEG) oder Nachvollziehbarkeit (z.B. ISO Zertifizierung von Prozessen) und der Standard bzw. die Initiative selbst wird der Zweck, oder andere Ziele werden mit in die Agenda aufgenommen.

    Meiner Meinung nach ist die “Entfernung von Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen” das Ziel der Web Accessibility. Weder für (i) technologische Weiterentwicklung noch für (ii) eine Verbesserung des Internet sehe ich hier Potential (außer natürlich subjektiv für die Betroffenen – die Menschen mit Behinderungen). Warum? (i) Ein Standard sollte ausschließlich bestehende Technologien organisieren und nicht neue entwickeln (domänenspezifische XML Schemas gelten in diesem Fall nicht als technologische Weiterentwicklung) und (ii) eine objektive Verbesserung des Internet ist ein zu schwammiges Ziel als dass es jemals erreicht werden kann (vgl. wissenschaftstheoretische Überlegungen von Popper).

    Verliert man das Ziel aus den Augen ergeht es einem vielleicht wie vielen vorherigen gescheiterten Initiativen: Das W3C hat z.B. über 100 Recommendations veröffentlicht. Wem fallen mehr als 10 ein, bzw. wer verwendet die denn alle? :-D

    Keep it small and simple,
    Mathias

Einen Kommentar schreiben

top