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21. Oktober 2006, von Stefan Weber

PR von und für Menschen mit Behinderungen

Eine Bilanz zum Lehrgang LiNK_pr1 aus Sicht des Begleitforschers:

Das Internet bringt nicht nur Nachteile mit sich – wie etwa Computersucht oder die im akademischen Umfeld grassierende Copy/Paste-Kultur. Für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen bedeutet das Internet einen deutlich verbesserten und auf die/den Einzelnutzer/in abgestimmten Zugang zu Informationen.

Die Studie “Öffentlichkeitsarbeit für Menschen mit Behinderungen in Österreich” hat ergeben, dass das Netzmedium für die PR von den befragten Organisationen produktiv und offensiv genutzt wird. Dennoch (oder gerade deshalb!) besteht gerade im Bereich der Online-PR der zweitgrößte Weiterbildungsbedarf – sowohl bei den 16 LiNK_pr-TeilnehmerInnen als auch bei den 41 zusätzlich befragten PR-Schaffenden. Und: PR ist zwar mehr als klassische Medienarbeit – aber das Schreiben von guten Pressemeldungen und das Networken mit JournalistInnen bleibt in der Weiterbildung ein weiteres zentrales Thema.

Die mündlichen Interviews haben ergeben, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von LiNK_pr mit dem Lehrgang sehr zufrieden waren und im Anschluss an den Lehrgang in einer Reihe von österreichischen Organisationen ohne Zweifel eine beachtliche Qualitätssteigerung in der PR zu verzeichnen sein wird. Die vier enstandenden PR-Konzepte zeugen von einem großen Wissensgewinn und lesen sich durchwegs beeindruckend.

Virtualisierung, Feminisierung, Akademisierung und – über allen Trends stehend – Professionalisierung sind die entscheidenden Entwicklungslinien in der PR. Ich denke, dass der Lehrgang LiNK_pr einen deutlichen Beitrag dazu geleistet hat, im Bereich der PR für Menschen mit Behinderungen für einen Professionalisierungsschub zu sorgen. Die gelungensten Forschungsprojekte sind jene, aus denen neue spannende Fragen entstehen. Diese kamen bei der Diskussion der empirischen Daten von den TeilnehmerInnen selbst und sind am Ende des Forschungsberichts nachzulesen.

Download: Endbericht_Forschung_LiNK_pr (Word, 3,18 MB)

Mit dem Schwerpunkt auf Online-PR und barrierefreiem Web setzt der neue Lehrgang LiNK_pr2 dieses Programm konsequent fort, indem auf den erhobenen Weiterbildungsbedarf adäquat reagiert wird.

Priv. Doz. Dr. Stefan Weber
Publizistik und Medienforschung

2 Reaktionen zu “PR von und für Menschen mit Behinderungen”

  1. SW

    “Für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen bedeutet das Internet einen deutlich verbesserten und auf die/den Einzelnutzer/in abgestimmten Zugang zu Informationen.”

    Nachdem ich den Beitrag über die “ars electronica” gelesen haben, möchte ich diesen Satz doch mit “kann … bedeuten” formulieren. In diesem Bereich gibt es doch noch viel zu tun.

    LG
    sw

  2. Beate Firlinger

    Das stimmt. Da müssen wir wohl noch viel forschen, schreiben, hinweisen, kritisieren, diskutieren, verändern … vor allem was die Zugänglichkeit der österreichischen Onlinemedien betrifft, die sich beim Thema Barrierefreiheit doch noch als eher sperrig erweisen.

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