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23. Mai 2006, von Beate Firlinger

Österreich ist (barriere)frei?

Am 16. Mai 2006 lud MAIN_Medienarbeit Integrativ den Österreichischen Verband der KulturvermittlerInnen zu einem Stammtisch ein. Das Treffen verstand sich als Follow-Up zur Veranstaltung „Kultur wird barrierefrei“ im Februar 2006, zu der MAIN den britischen Kultur- und Museumsexperten Marcus Weisen zu einem Fachvortrag und Workshop nach Wien holte.

Unter dem Motto „Kulturgenuss für alle“ sollten nun gemeinsam die Möglichkeiten und Grenzen barrierefreierer Kunst- und Kulturvermittlung in Österreich weiter ausgelotet werden. Zehn KulturvermittlerInnen aus dem Raum Wien folgten der Einladung zum Stammtisch mit dem MAIN-Team, das von Manfred Fischer als Berater für Barrierefreiheit in Kulturbetrieben inhaltlich unterstützt wurde.

In der Diskussion ging es unter anderem um die Frage, wie Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen über die Zugänglichkeit und die Angebote von Kultureinrichtungen am Besten informiert werden können. Michaela Braunreiter von MAIN verwies als gutes Beispiel etwa auf die Website des Victoria & Albert Museum in London, das nicht nur eine Reihe von Aktivitäten zum Kulturgenuss für alle Sinne setzt, sondern auch im Internet eine Fülle an gut aufbereiteten Informationen zur Barrierefreiheit im Museum anbietet.

Äußerst interessiert zeigten sich dabei Susa Cerepak und Brigitte Hauptner vom Belvedere, die seit dem MAIN-Workshop mit Marcus Weisen barrierefrei aktiv geworden sind. So haben die beiden KulturvermittlerInnen die Website der Österreichischen Galerie Belvedere mit einem Menüpunkt „Barrierefreiheit“ angereichert, unter dem sich Menschen mit Behinderungen über Zugänglichkeit, Rollstuhl-WCs, Führungen in Gebärdensprache oder Folder in Großdruck informieren können. Diese Maßnahme sei hier mit einem großen Plus bedacht, auch wenn die Website und das Belvedere selbst in puncto Barrierefreiheit noch einiges zu wünschen übrig lassen und die beiden Kulturvermittlerinnen berichten, dass sie mit dem Thema innerhalb des eigenen Hauses an Grenzen stoßen. Immerhin haben sie erste Schritte gesetzt und planen, weitere Aktivitäten zur barrierefreien Kulturvermittlung folgen zu lassen.

Dieses Engagement ist ermutigend. Vielleicht auch, weil gerade das Belvedere als Ikone österreichischer Identität zu einer zukunftsträchtigen Vorstellung inspiriert. Denn wer weiß: Vielleicht wird es irgendwann einmal in 51 Jahren so weit sein und ein historischer Ausspruch fallen, der da lauten könnte: „Österreich ist barriere-frei“.

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